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Das Gemüse aus dem Wald

Bärlauch ist verwandt mit Zwiebel, Schnittlauch und Knoblauch und hat mit Letzterem auch den Duft gemein, wenn auch nicht in derselben Intensität. Im Frühjahr eignet er sich als frische, gesunde Zutat für Pesto, Suppen, Salate, Soßen und Dips.

Bärlauch – allein der Name klingt bereits sympathisch. Woher er ursprünglich stammt, ist jedoch nicht eindeutig belegt. Eine mögliche Erklärung ist, dass Bären nach ihrem Winterschlaf wohl besonders gerne Bärlauch fressen sollen, um ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Es könnte aber auch sein, dass man glaubte, dieses Lauchgewächs mit dem intensiven Geschmack würde „Bärenkräfte“ verleihen können, so, wie man viele andere wirksame Pflanzen, die Kraft und Stärke geben, auch nach dem Bären benannt hat. Der Bär galt vielerorts sowohl als ein Symbol von Kraft, Mut und Fruchtbarkeit als auch des Teufels, wohingegen Bärenklauen genutzt wurden, um böse Geister zu vertreiben. Der Bärlauch wurde somit als Symbol für gute und böse Geister gleichermaßen angesehen. In einer Suppe, gekocht in der Walpurgisnacht, sollte er entsprechende Gestalten (Hexen, Vampire, Schlangen) abwehren. Andererseits wurden aus Bärlauch aber auch Liebestränke gebraut, die dazu dienen sollten, die oder den Angebete/n für sich zu gewinnen.

Im Volksmund trägt der Bärlauch viele weitere Namen, zum Beispiel Bärenknoblauch, Hexenzwiebel, Waldherre, Latschenknofel, Wurmlauch oder Ramsen. „Rams“ war laut dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm der „name des bärenlauchs, allium ursinum, mit zahlreichen nebenformen, ramsel, ramser […]“. So manche Ortsnamen haben das mittelhochdeutsche Wort „Rams“ als Bestandteil, was darauf hinweist, dass in diesen Gegenden allem Anschein nach viel Bärlauch wuchs. In Thüringen feierte man bis Anfang des vorigen Jahrhunderts noch das „Ramschelfest“, bei dem die Dorfbewohner vor Walpurgis Bärlauch („Ramschel“) sammelten und sich mit den Blüten schmückten, um so böse Geister von Haus, Hof und Vieh fernzuhalten.

In der Volksheilkunde war der Bärlauch ebenfalls sehr beliebt, denn es hieß „Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr den Arzt und die Arznei“. Bärlauch wurde als Heilmittel gegen zahlreiche Leiden genutzt. Ob Rheuma, Durchfall, Bronchitis, Fieber, Durchblutungs- oder Verdauungsstörungen sowie Frühjahrsmüdigkeit – der Bärlauch schaffte angeblich bei alledem Abhilfe. Im Mittelalter vermutete der Botaniker und Arzt Hieronymus Bock (1498–1554) in seinem „Kreütterbuch“ von 1546: „Diser walt oder schlangen Knoblauch stinckt vbeler dann der zam/ mag vileicht inn der artznei/ gifft zuvertreiben krefftiger sein/ dann der zam.“ Der englische Apotheker und Arzt Nicholas Culpeper (1616–1654) fand den Bärlauch bei einer „phlegmatischen Beschaffenheit des Körpers“ ideal. Der Gebrauch der Pflanze sei angezeigt, um mit Blähungen verbundene Koliken zu lindern. Tatsächlich soll sich Bärlauch positiv auf die Darmflora sowie Blutfettwerte und den Blutdruck auswirken.

 

| Fotos: iStockphoto.com |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2018.

 

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