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WIR JÄGERINNEN UND JÄGER sorgen uns allenthalben über den Fortbestand der Jagd. Wie können wir unsere Mitbürger, aber auch unsere Kritiker davon überzeugen, dass die Jagd zum Erhalt unserer gebeutelten Natur ein notwendiges Handwerk ist? Treten wir mit unserem Anliegen an die Öffentlichkeit, geht es um eine Fülle von Aspekten. Naturschutz, Wildschutz und seit Kurzem vermehrt Wildbret heißen die besonders relevanten Themen. Dabei schaffen wir es oft, Interesse und Verständnis zu wecken. Doch ist unsere Überzeugungsarbeit auch nachhaltig?

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde von Hans Carl von Carlowitz als forstwirtschaftliches Grundprinzip erstmals 1713 schriftlich formuliert. Heute verstehen wir unter Nachhaltigkeit den langfristigen Fortbestand eines bereits existierenden Wertes. In der Forstwirtschaft gelingt dieser Werterhalt durch eine optimale Balance zwischen Einschlag und Neuanpflanzung, im Allgemeinen zum Beispiel durch kluge, verantwortungsvolle Nutzung nachwachsender Ressourcen.

Was bedeutet dieses Prinzip übertragen auf die Zukunftsfähigkeit der Jagd? Auf welche nachwachsende Ressource können wir Jäger bauen?

An erster Stelle natürlich auf unsere Kinder, auf die nachfolgende Generation. Und dabei ist es nicht entscheidend, ob sich unsere Sprösslinge unter unserer Anleitung zu hoch passionierten Jägern entwickeln oder ob sie dank unseres Vorbilds lediglich Verantwortung für die Natur übernehmen und die Jagd als wertvolles Instrument kennenlernen. Am meisten profitieren unsere Kinder von einer frühzeitigen und vor allem zwanglosen Einbindung in den jagdlichen Familienalltag. Nachhaltige Prägung steht dabei klar vor kurzlebigem Elternstolz.

Am besten, wir weihen sie in die natürlichen Kreisläufe ein, in denen durchaus auch der Tod eines Wildtieres für das gesamte Gefüge von Nutzen sein kann. Kinderherzen sind offen und ehrlich, welchen Wissensstand die Kinder mitbringen oder welcher Herkunft sie entstammen, hat dabei wenig Bedeutung.

Zahlreiche Projekte eröffnen unseren Kindern mit einfühlsamer Natur- und Erlebnispädagogik neue Horizonte. Die Jagd und auch das Angelfischen spielen darin eine zentrale Rolle. Der bewährte „Schau zu und mach mit!“-Grundsatz ist der Schlüssel zum Erfolg; die Begeisterungsfähigkeit der Kleinen der beste Garant für eine naturnahe und authentische Lebensweise.

In der vorliegenden HALALI-Ausgabe berichten wir aus den Niederlanden über Kinder und Jugendliche, die – ohne Jagdschein – ihre Hunde auf einer jagdlichen Prüfung führen. Außerdem begleitete eine Fotografin ihre Freundin und deren Tochter auf die Jagd und fing die Eindrücke mit bezaubernden Bildern ein. Wir stellen die Hamburger Initiative „Nettis Naturkinder“ vor, die Kita-Kindern mit Migrationshintergrund ein Jahr lang regelmäßige Ausflüge in die Natur ermöglicht. Und wir machen unsere Leser mit jungen Bloggern bekannt, die teils als frischgebackene Jungjäger für ihre Passion einstehen und jagdliche Erlebnisse posten.

Nicht zuletzt um Nachhaltigkeit geht es in unserem wildbiologischen Fokusthema Niederwild. Bleibende Erinnerungen bescheren uns Jagdreisen ins nahe und ferne Ausland – diesmal ins regnerische Schottland sowie ins exotische Nepal.

Der Handel mit Wildbret nimmt zu: Eine Expertin gibt Tipps, wie sich gefrorenes Wildbret ideal transportieren lässt. Wissenswertes und Spannendes erfahren Sie zu Ballistik, Waffen und Optik. Kulinarisch auf den neuesten Stand bringen wir Sie mit Wildgerichten, die wir mit der Sous-vide-Methode zubereitet haben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit der vorliegenden Ausgabe und viel Anblick und Waidmannsheil – vielleicht gemeinsam mit Ihren Kindern!


Ihr

Oliver Dorn
Chefredakteur