Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, Kling hinaus ins Weite. Kling hinaus, bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag, ich laß sie grüßen.   Heinrich Heine (* 1797; † 1856)   [aktuelle_ausgabe] [social_share_list]...

Nun hat der Berg sein Schneekleid angetan, Und Schnee liegt lastend auf den Tannenbäumen Und deckt die Felder zu, ein weißer Plan, Darunter still die jungen Saaten träumen. Fried’ in der Weite! Nicht ein Laut erklingt – Ein Zweig nur bebt und stäubt Kristalle nieder, Gestreift vom Vogel, der empor sich...

Zwischen Roggenfeld und Hecken Führt ein schmaler Gang; Süßes, seliges Verstecken Einen Sommer lang. Hat mit Ähren sich das Mieder Unschuldig geschmückt, Sich den Hut verlegen nieder In die Stirn gerückt. Noch ein Blick in Weg und Weite, Ruhig liegt die Welt, Und es hat an ihre Seite Mich der Sturm gesellt. Wenn wir uns von ferne...

Mein Herz, sei nicht beklommen, Noch wird die Welt nicht alt. Der Frühling ist wiederkommen, Frisch grünt der deutsche Wald. Die Sonne geht auf und unter Schon lange vieltausendmal, Noch immer eilen so munter Die Bächlein ins blühende Tal. Von kühlen Schatten umdämmert, Versink’ ich in selige Ruh; Ein Specht, der lustig hämmert, Nickt mir vertraulich...

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell? Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell? Und als ich so fragte, da murmelt der Bach: »Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!« Was knospet, was keimet, was duftet so lind? Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind? Und...

Der Reif ist ein geschickter Mann: O seht doch, was er alles kann! Er haucht nur in den Wald hinein, Wie ist verzuckert schön und fein Ein jeder Zweig und Busch und Strauch Von seinem Hauch! Wie schnell es ihm von Händen geht! Kein Zuckerbäcker das versteht. Und alles fein und silberrein, Wie glänzt...

Wie deine grüngoldnen Augen funkeln, Wald, du moosiger Träumer! Wie deine Gedanken dunkeln, Einsiedel, schwer von Leben, saftseufzender Tagesversäumer! Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben wie’s Atem holt und voller wogt und braust und weiter zieht – und stiller wird – und saust. Über der Wipfel Hin- und Wiederschweben hoch droben steht ein ernster Ton, dem lauschten...

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten: wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten? Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen? Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich? Wer faßt in sich der Vogelflüge Raum? Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich wie jeder...

Der Winter hat sich angefangen, der Schnee bedeckt das ganze Land, der Sommer ist hinweggegangen, der Wald hat sich in Reif verwandt. Die Wiesen sind vom Frost versehret, die Felder glänzen wie Metall, die Blumen sind in Eis verkehret, die Flüsse stehn wie harter Stahl. Wohlan, wir wollen wieder von uns jagen durchs Feuer...

Der Frühling ist die schönste Zeit! Was kann wohl schöner sein? Da grünt und blüht es weit und breit Im goldnen Sonnenschein. Am Berghang schmilzt der letzte Schnee, Das Bächlein rauscht zu Tal, Es grünt die Saat, es blinkt der See Im Frühlingssonnenstrahl. Die Lerchen singen überall, Die Amsel schlägt im Wald! Nun kommt die...