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Schottischer Härtetest

Die Highlands empfangen HALALI-Redakteurin Ilka Dorn mit typisch schottischem Wetter. Doch das gerät bei dieser anstrengenden Rotwildjagd zur Nebensache, denn um überhaupt Hirsche in den Anblick zu bekommen, musste sie zunächst einige Hindernisse überwinden.

Rumpelnd setzt sich der schon in die Jahre gekommene Zug in Bewegung und verlässt langsam den Londoner Bahnhof Euston. Ich richte mich in meiner kleinen Kabine ein, viel Platz gibt es hier nicht, aber für eine Nacht sollte es reichen. Das schmale Bett erweist sich als überraschend bequem, und rechtschaffen müde bin ich ohnehin.

Der Tag zuvor war ereignisreich, aber auch anstrengend gewesen. Als Teil einer Gruppe von internationalen Journalisten folge ich auf dieser exklusiven Reise einer Einladung der Firma John Rigby & Co. Getroffen hatten wir uns bereits zur Mittagszeit im Rigby-Showroom in London, wo uns Marc Newton, Managing Director von Rigby, empfing. Nachdem wir alle ein wenig Firmengeschichte geschnuppert, uns an alten Waffen erfreut und in den historischen Dokumenten, die Marc Newton und sein Team in den letzten Jahren zusammengesammelt haben, gestöbert hatten, konnten wir uns in aller Ruhe umschauen und den Mitarbeitern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Wir konnten uns kaum sattsehen angesichts der handwerklichen Perfektion, der Liebe zum Detail und der besonderen Präzision der verschiedenen Büchsenmacherarbeiten, und so verging der Nachmittag wie im Flug, und wir mussten uns sputen, um den Zug, der uns zur nächsten Station dieser Reise bringen sollte, nicht zu verpassen.

IM SCHLAFWAGEN ZUR JAGD
Der „Caledonian Sleeper“, wie der Zug, der uns über Nacht von London nach Schottland transportieren sollte, genannt wird, ist eine Institution für sich. Schon in der Viktorianischen Zeit schätzten die jagenden Herrschaften der feinen Londoner Gesellschaft diese Verbindung, um komfortabel über Nacht die schottischen Highlands zu erreichen. Das Besondere am Fahrplan: In England hält der Zug sonntags nur in der Hauptstadt, in Schottland aber fast an jedem Estate – auch wenn das zugehörige Dorf noch so klein ist.

Unser Reiseziel ist das Blair Atholl Estate, das auf der halben Strecke zwischen Edinburgh und Inverness liegt. Bekannt ist das kleine Dorf in der Grafschaft Perthshire für das Schloss Blair Castle und – wie sollte es in Schottland auch anders sein – für seinen Whisky.

Abends klopft der Schaffner an die Tür meines Abteils und nimmt meine Wünsche für das Frühstück entgegen, das schon um sechs Uhr in der Früh serviert werden würde. Nun darf ich mich endlich in meinem Bett zusammenrollen. Rasch falle ich in einen traumlosen Schlaf.

Als der Zug in den kleinen Bahnhof von Blair Atholl einrollt, beginnt der Tag eben erst zu grauen. Noch ein wenig schlaftrunken und mit allerlei Gepäck beladen, stolpern wir aus unseren Abteilen ins Freie und saugen die frische Luft ein. Dudelsackklänge begrüßen uns auf dem Bahnhof. Und auch das Wetter bemüht sich um schottische Tradition: Sogleich fängt es leicht an zu nieseln.

Zur Unterbringung teilt sich unsere Gruppe in zwei verschiedene Lodges auf. Um Punkt neun Uhr sollen wir uns bereits wieder versammeln, es bleibt gerade noch ein wenig Zeit fürs Auspacken und ein kurzes zweites Frühstück.

BEKANNTSCHAFT MIT DER
„HIGHLAND STALKER“
Am Treffpunkt erhalten wir Instruktionen für die kommenden Tage. Wir bilden Zweierteams, denen jeweils ein Stalker zugeteilt wird. Nach dem Probeschießen an der Jagdlodge darf ich heute mein Glück auf einen Highland- Hirsch versuchen, während mein Teampartner William Pocklington, Chefredakteur der englischen Jagdzeitschrift „Fieldsports Magazine“, morgen an der Reihe sein wird.

Der dritte Tag und gleichzeitig der Abreisetag ist für das Testen von ein paar ganz besonderen Rigby-Büchsen reserviert und steht ganz im Zeichen alter historischer Waffen und besonderer Kaliber.

An der Jagdlodge können wir endlich auch das in die Hand nehmen und bestaunen, was uns heute hier zusammengeführt hat: die neue Repetierbüchse „Highland Stalker“ von Rigby. Die Waffe ist eine Hommage an vergangene Zeiten und soll das Angebot des wieder neu aufgebauten Unternehmens Rigby um in Europa gebräuchliche Mittelkaliber ergänzen. Da ich einen bereits fast 90 Jahre alten Rigby-Repetierer im Kaliber .275 (7 x 57) mit viel Freude auf der Jagd führe, war ich umso mehr auf das Nachfolgermodell gespannt und wurde nun nicht enttäuscht: Die Waffe liegt gut in der Hand, ist sehr führig und erfüllt alle Beteiligten mit großer Zuversicht auf die kommenden Tage.

 

| Fotos: Tweed Media | Ilka Dorn |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2018.

 

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