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„Jäger sind wichtige Partner“

HALALI-Autor Dr. Janosch Arnold spricht mit Moritz Klose, dem Wildtierreferenten des WWF Deutschland, über WWF Deutschland und die Jagd.

Das Thema Jagd wird aufgrund der Polarisierung in der Gesellschaft auch für die NGOs immer heikler in der Handhabung. Wie ist die Position des WWF zur Jagd generell? Und wie hat sich diese im Lauf der Jahrzehnte verändert?
Moritz Klose: Der WWF unterscheidet prinzipiell zwischen Jagd als Form der Land- und Ressourcennutzung und jagdlichen Methoden zur Erreichung bestimmter Ziele beim Wildtiermanagement. Die Bejagung wild lebender Tierarten ist nach WWF-Einschätzung prinzipiell legitim, wenn sie, wie die Nutzung anderer natürlicher Ressourcen wie Wasser, Boden, Pflanzen etc., dem Grundsatz der Nachhaltigkeit entspricht und störende Eingriffe in die Abläufe der Natur vermindert werden. Als ein Instrument des Wildtiermanagements kann Jagd dazu beitragen, unterschiedliche Interessen von Wildtier und Mensch in Einklang zu bringen.

 

Natürlich gibt es dabei auch Themen, bei denen die Meinungen auseinandergehen, aber unser Umgang mit der Jagd hat sich sicherlich innerhalb der letzten Jahrzehnte verändert. So bemühen wir uns sehr, Gräben zu überwinden und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen jagenden und nicht jagenden Naturschützern zu finden. Jäger sind auch für den WWF wichtige Partner für Naturschutzprojekte vor Ort. Wir arbeiten z. B. in Baden-Württemberg mit dem Landesjagdverband beim Wildtiermonitoring zusammen, und in Rheinland- Pfalz engagieren sich LJV und WWF gemeinsam in einem Projekt für die Rückkehr der Luchse.

Die Jagd ist durch die EU und viele andere Organisationen als nachhaltige Form der Landnutzung anerkannt. Wie steht der WWF zur Jagd?
Moritz Klose: Jagd, die die nachhaltige Nutzung der Ressource Wild zum Ziel hat, ist im direkten Vergleich mit der industriellen Massentierhaltung wesentlich tierschutzgerechter und ökologisch verträglicher. Die Jagdpraktiken sollten dabei allerdings so gewählt werden, dass sie andere Arten und ihre Lebensräume nicht negativ beeinflussen.

Die Gründer des WWF waren selbst Jäger. Gibt es auch heute noch aktive Jäger in den Führungsebenen des WWF Deutschland?
Moritz Klose: Im WWF-Stiftungsrat finden sich schon seit vielen Jahren keine Jäger mehr, unter den Mitarbeitern befinden sich nur einige wenige Jagdscheininhaber. Die meisten haben den Jagdschein im Rahmen ihrer Ausbildung zum Forstwirt oder auch im Rahmen des Biologiestudiums erworben.

 

| Foto: iStockphoto.com | Claas Nowak |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2018.

 

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