Das schwarze Reh wird auch „Moorreh“ oder „Schwärzling“ genannt.

Die bunte Welt der Rehe

Ein magischer Nimbus umgibt das schwarze Reh, die weiße Gams und auch das gescheckte Schwarzwild. Wie aber kommt es zu diesen Phänomenen? HALALI-Wildbiologin Johanna Maria Arnold untersucht die genetischen Ursachen der Farbanomalien.

Die Fellfarbe unserer Wildtiere ist der Anpassung an ihre Umwelt geschuldet und erfüllt eine bestimmte Funktion. Die Farbe des Fells ist über die Lebenszeit sowie im Jahresverlauf veränderlich. Das junge Rehkitz oder Rotwildkalb tarnt sich mit seinen Flecken in der Gras- und Krautschicht. Die gestreiften Frischlinge sind im Unterholz kaum auszumachen. Die Feldhasenjungen drücken sich in die Sasse, ihr wildfarbenes Kleid macht sie auf dem Acker fast unsichtbar.

 

Der Sommerbock erstrahlt in glänzendem Rotbraun, eine Farbe, die Prädatoren wegen ihres verminderten Farbsehens kaum von grünem Blattwerk unterscheiden können. Im Winter wiederum ist der Rehbock mit seiner graubraunen dichten Decke gewappnet gegen Kälte und Sichtbarkeit in der nahezu vegetationsfreien Landschaft.

 

Einige Arten wie Hermelin und Schneehase treiben es noch bunter, sie wechseln ihr braunes Sommerkleid in ein weißes Winterkleid und sind so noch besser an Lebensraum und Jahreszeit angepasst. Doch manchmal spielt die Natur „verrückt“: Ein schneeweißes Alttier oder ein schwarzer Rehbock tauchen plötzlich im Revier auf. Schon immer waren die Menschen fasziniert von diesem raren Anblick, auch heute noch steht das Waidwerk auf den „Schwarzen Bock“ auf der Wunschliste vieler Jägerinnen und Jäger.

 

Unglückstiere, Satansböcke und Geisterbären Besonders die geisterhafte Weißfärbung bei Wildtieren hat seit jeher die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt. Sagen und Legenden ranken sich um diese Tiere. Mythenbildung, Aberglaube und fehlende wissenschaftliche Kenntnis trugen dazu bei, dass andersfarbige Tiere zum einen verehrt, zum anderen dämonisiert wurden. Gerade schwarz gefärbte Tiere – in der Regel Haustiere – wurden als vermeintliche Teufels- erscheinungen gefangen und getötet.

 

| Text: Johanna Maria Arnold || Fotos: Alexander Ahrenhold | Jan Piecha | Willi Rolfes | Michaela Walch/www.premium.de | Bernhard Volmer | Claas Nowak | Julia Kauer | Dieter Hopf |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.

  • farbige_wildtiere_1
  • farbige_wildtiere_2
  • farbige_wildtiere_3
  • farbige_wildtiere_4
  • farbige_wildtiere_5
  • farbige_wildtiere_6
  • farbige_wildtiere_7
  • farbige_wildtiere_8
  • farbige_wildtiere_9

Simple Image Gallery Extended