Eleganz und Understatement: die fein gravierten Seitenplatten

Porträt Frederick Beesley

Um 1900 wurden in London und Birmingham superbe Flinten gefertigt, die technisch, ästhetisch und funktional ausgereift waren. Als einer der genialsten und innovativsten Flintenbauer dieser Epoche ging Frederick Beesley in die Geschichte ein.

Einige Namen avancierten zu regelrechten Synonymen für „London best guns“. Selbst ein am Flintenschießen gänzlich Uninteressierter hat wohl schon einmal von Purdey, Holland & Holland und Boss gehört. Denn Flinten gehören zum britischen Landleben wie Tweedanzug und Gummistiefel.

 

Wer den Blick nach Birmingham richtet, denkt an Westley Richards. Aus Schottland kommen erstklassige Flinten von McKay Brown und Dickson. Aus den Namen der Ahnherren wurden Marken. Den Marken haftet heute ein Nimbus an, der sich vor allem in exorbitanten Preisen ausdrückt.

 

Die Substanz, die diese Waffen auszeichnet, schuf aber jene begnadete Schar von Handwerkern und Tüftlern, die den britischen Waffenbau ab 1850 prägte und revolutionierte: darunter Joseph Manton, John Robertson, James Purdey und jener Herr aus Oxfordshire, der das berühmte Self-Opener-System erfand und dem dieser Beitrag gewidmet ist: Frederick Beesley.

 

Smarte Idee
Frederick Beesley war maßgeblich beteiligt an Purdeys Ruhm im Flintensegment. Purdeys „best guns“ gründen nicht nur auf makelloser Verarbeitung (einer Eigenschaft, die alle „best guns“ auszeichnet), sondern auf einer technischen Erfindung von Beesley, deren Grundidee britisch ist: Warum eine Flinte mühsam mit der Hand öffnen, wenn sie es auch – dank Federkraft – selbst tun kann? Man drehe den Öffnungshebel einfach nach rechts, das Laufbündel klappt nach unten, und die Ejektoren werfen die leeren Hülsen aus. Voilà: der Self-Opener!

 

Der entscheidende Vorzug des „beesleyschen Self-Opener“ liegt jedoch im Verborgenen. Denn durch Federkraft werden System und Laufbündel permanent aneinandergedrückt, sodass sich das Beesley-System quasi von selbst dichtet. Grandios!

 

| Text: Dr. W. Fleck || Fotos: Dr. W. Fleck | M. U. Felder |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.

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