Der Zielstock dient auch dem Spektiv als Auflage.

Pirschjagd – Mit dem Wild auf Augenhöhe

Eine Gebrauchsanleitung für unsere anspruchsvollste, aber wohl auch spannendste Jagdart. Erpirscht und verfasst von HALALI-Autor Bertram Graf von Quadt.

Es ist die Krone des Jagens. Punktum. Keine andere mit der Schusswaffe ausgeführte Jagd verlangt mehr an Können, an Wissen, an Wachheit und an Einfühlungsvermögen als das Pirschen aus freier Hand. Darum wiegt auch kaum ein anderer Jagderfolg schwerer als der, den man auf der Pirsch erlebt hat.

 

Und dennoch begegne ich häufig Jägern, die diese Jagdart nicht kennen und zum Teil sogar ablehnen: „Ich pirsche nicht“ oder „Bei mir wird nicht gepirscht“, heißt es dann. Wenn das in stadtnahen, überlaufenen Revieren gesagt wird, kann ich das verstehen: Aus Sicherheitsgründen ist es hier mit der Pirschjagd schwierig. Auch für kleine und kleinste Reviere kann das gelten. Aber einer der häufigsten Gründe, warum ein Jäger nicht pirscht, ist nach meiner Beobachtung der: Nicht viele kennen und können die Pirschjagd.

 

Man hört immer wieder, dass noch keiner sein Revier vollends leer geschossen habe, aber man leicht sein Revier leer pirschen könne. Das ist aber nur zum Teil richtig. Es stimmt zwar, dass man ein Revier durch häufiges falsches Pirschen in die Unbejagbarkeit trampeln kann. Aber dazu muss man sich wirklich extrem ungeschickt anstellen und noch dazu so unverdrossen sein, dass man trotz andauernden Misserfolgs immer weitermacht.

 

Ich glaube, dass die wenigsten Jäger so dickfellig sind. Wer mit dem Pirschen keinen Erfolg hat, der wird sich nach mehrfachem Vertreten des Wildes wieder auf seinen Hochstand setzen, denn wir alle gehen ja auf die Jagd, um letztendlich Beute zu machen. Darum soll man sich bitte nicht durch diese oben zitierte Lehrmeinung davon abschrecken lassen, das Pirschen zu lernen und zu üben. Man gewinnt viel dadurch: eingehende Kenntnis des gesamten Reviers, eingehende Kenntnis des Wildstandes, eingehende Kenntnis der Vorgänge in der eigenen, angepachteten oder zugewiesenen Jagd, und vor allem werden einem Erlebnisse und Erfolge zuteil, die man sonst nicht so leicht bekommt.

 

| Text: Bertram Graf von Quadt || Fotos: Bernhard Volmer | Denise Rebstock |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.

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