Marc Newton, Geschäftsführer von John Rigby & Co., zeigt den Einwohnern von Chhoti Haldwani Corbetts alte Rigby.

Auf den Spuren von Jim Corbett

HALALI-Autor Simon K. Barr begibt sich auf eine hehre Mission: Er soll die berühmte Büchse des legendären Tigerjägers Jim Corbett zurück nach Indien bringen.

Helden gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Fußballspieler und Schauspieler werden ebenso als Helden gefeiert wie Stars aus der Musikszene, und dabei fragt man sich meistens, aus welchem Grund sie eigentlich so in den Himmel gehoben werden. Ich selbst habe während meiner ersten Indienreise kürzlich erfahren, wie es ist, von einer begeisterten Menge verfolgt zu werden. Wie sich für meine Demut glücklicherweise bald herausstellte, galt die Euphorie der Menge nicht mir, sondern der Büchse, die ich bei mir trug.

 

Auf den ersten Blick ist an dieser Büchse nichts Auffälliges zu erkennen: eine .275 Rigby mit Mauser-System ohne Gravuren mit Ausnahme der Beschussmarken. Die Brünierung ist schon fast gänzlich abgerieben, der Schaft weist einige Kerben auf, und der Lauf ist verkratzt. Das einzig besondere Merkmal der Büchse ist eine Plakette aus Silber. Sie erinnert an das Jahr 1907, als Jim Corbett diese Büchse als Dank dafür erhielt, dass er die menschenfressende Tigerin von Champawat erlegt und dadurch vielen Menschen das Leben gerettet hatte.

 

Diese 500 Pfund schwere Bestie hatte im frühen 20. Jahrhundert sage und schreibe 436 Menschen getötet. Damit hält sie den Guinness-Weltrekord für die höchste Zahl von Todesfällen – verursacht durch einen einzigen Tiger. Genauer gesagt einer Tigerin, was einmal mehr beweist, dass die weiblichen Tiere einer Art oft weit gefährlicher sind als die männlichen.

 

Der britischstämmige Corbett war jedenfalls ein echter Held. Nie erwartete er Dank oder Lohn für seine Taten. Er rettete das Leben und die Existenzgrundlage Tausender Menschen, die in den Dörfern seiner Heimat, der Provinz Kumaon, lebten. Doch Corbett wurde außerdem bekannt für sein unermüdliches und erfolgreiches Engagement für die Verbesserung von Wild- und Naturschutz in Indien.

 

Darüber hinaus inspirierte er mit seinen wunderschön geschriebenen, aufrichtigen und bescheidenen Berichten seiner Heldentaten weltweit unzählige junge Menschen, die vom Leben eines Abenteurers träumten. Darunter befanden sich auch Ihre Majestät Elizabeth II., der Prinz von Wales und meine Wenigkeit.

 

| Text: Simon K. Barr || Fotos: Tweed Media |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2016.

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