Selbst die steilsten Felshänge sind dank perfekt angepasster „Kletterschuhe“ kein Hindernis.

Phönix der Berge

Eine fast unglaubliche Geschichte erzählt vom Niedergang und Wiederaufleben des Alpensteinbocks. Heute gelten die Bestände des imposanten Bergbewohners, der nach wie vor nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt hat, als gesichert.

Die Population des Alpensteinbocks (Capra ibex) gilt heute als gesichert (IUCN 2016). Dies war nicht immer so; der Alpensteinbock wurde jahrhundertelang intensiv bejagt. Bereits im Paläolithikum stellte der Mensch ihm in gebirgigen Regionen als Hauptwild nach. Doch bis ins 16. Jahrhundert war der Alpensteinbock noch weit verbreitet. Er lebte in den Gebirgsregionen der französischen, italienischen sowie der Schweizer Alpen und besiedelte das Land Salzburg und Kärnten in Österreich.

 

Im Laufe der Zeit wurde der Alpensteinbock nicht nur wegen des Fleisches, sondern auch wegen seiner vielfältigen Verwendung in der Medizin intensiv bejagt. Der stark mystifizierte Steinbock galt lange als springende Apotheke“: Von Haaren, Hörnern über Innereien bis hin zu Exkrementen und Blut verkaufte man fast seine gesamten Bestandteile als Heilmittel.

 

Schon die im 11. Jahrhundert lebende Hildegard von Bingen sprach der Decke des Steinbocks Wunderkraft zu. Zerstoßenes Steinbockhornsalz kam beispielsweise als Gegengift und Präparat gegen Gelenkschmerzen zum Einsatz. Beliebt, aber selten waren die sogenannten Bezoarsteine, kugelförmige Gebilde aus Fellhaaren, Harzen und Steinchen, die sich im Magen bilden können und in der mittelalterlichen Volksmedizin als Heilmittel gegen allerlei Krankheiten Verwendung fanden.

 

Den Wilderer sollte das Wundermittel schwindelfrei machen. Auch das "Herzkreuzerl" hatte angeblich Heilwirkung, nachgesagt wurde ihm eine potenzsteigernde Wirkung. Wilddiebe vertrauten auf den Talisman aus verhärteten Knorpeln des Tierherzens als Beschützer und trugen ihn um den Hals.

 

| Text: Johanna Maria Arnold und Dr. Janosch Arnold || Fotos: Biosphoto/Olivier Born | Reiner Bernhardt | Bernd Rohrschneider/AGE/Gerken & Ernst/imageBROKER/www.premium.de | David Pattyn/naturepl.com |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2017.

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