Vorwärts, vorwärts – Pointer lieben die Weite und streben nach vorn.

König der Feldjagd – Fernaufklärer mit Bewegungsdrang

Der English Pointer ist ein schneller, aristokratischer Jagdhund. Gegen den Wind und mit typisch hoher Nase sucht er das Gelände vor dem Jäger schleifenförmig in gestrecktem Galopp ab, bis er Wild findet und felsenfest vorsteht.

Der English Pointer, meist kurz „Pointer“ genannt, ist der wohl reinste Vorstehhund, den es gibt – mit feinsten Manieren, exzellenter Nase, hoher Passion und großem Finderwillen. Ursprünglich stammt die Rasse vermutlich von spanischen Jagdhunden ab und wurde während des Spanischen Erbfolgekriegs Anfang des 18. Jahrhunderts von britischen Soldaten mit nach England gebracht. Dort wird er seitdem für die Jagd gebraucht. Wahrscheinlich folgten Einkreuzungen von Foxhounds, französischen Laufhunden und, um die Geschwindigkeit weiter zu verbessern, Greyhounds – sie brachten die Farbe Schwarz in die Rasse. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die English Pointer auch nach Deutschland.

 

Der Name "Pointer" begründet sich in dem Verhalten der Hunde, das Wild nicht zu jagen, sondern es aus der Bewegung heraus durch ruckartiges Verharren anzuzeigen (engl. "to point"), wobei ein Vorderlauf meist deutlich angewinkelt wird. In dieser Position verharrt der Hund so lange, bis sich der Jäger auf Schussweite genähert hat. Beginnt das vorgestandene Wild abzulaufen, zieht der Pointer nach, folgt also dem Wild schleichend und von ihm unbemerkt, um es wieder festzumachen.

 

Der Pointer zeigt eine flotte, systematische Quersuche – häufig auch als Paarsuche, sodass ein Hund dem anderen sekundiert. "Er läuft gerne und liebt die weite Entfernung, verliert dabei aber nie die Bindung zu seinem Menschen, geht nicht aus der Hand", sagt Angelika Glock, die seit acht Jahren English Pointer führt. Genau das mache den Pointer aus. Darüber hinaus sei er auch der klassische Jagdhelfer für den Falkner. Bei der Beizjagd zeigt er im Feld das Federwild durch Vorstehen an und jagt es auf Kommando des Falkners auf, damit der Greifvogel es schlagen kann.

 

Hunde besaßen Angelika und ihr Mann Peter "schon immer". Zunächst Dalmatiner. "English Pointer haben uns von Anfang an gefallen, aber wir waren damals noch keine Jäger, und deshalb kamen sie für uns nicht infrage. Pointer sind nur glücklich, wenn sie auch jagen können – das muss man wissen", sagt die gebürtige Fränkin, die als freie Lektorin unter anderem für das HALALI-Magazin arbeitet. 2009 beziehungsweise 2012 machte das Ehepaar den Jagdschein und erfüllte sich schließlich den Pointer-Wunsch.

 

Zuerst sei ihr und ihrem Mann lediglich die Optik der Hunde ins Auge gestochen: "Uns gefielen die Eleganz im Galopp, die schöne Statur und wie muskulös und feingliedrig sie aussehen." Bei weiteren Recherchen stellten sie fest, dass auch die Eigenschaften dieser Rasse sehr gut zu ihnen und ihren Bedürfnissen passen. Mittlerweile leben drei Pointer im Glock’schen Haus, das mitten in einem Naturschutzgebiet am Rand von Ennepetal liegt: Pepe (7 Jahre) und Iljosch (6 Jahre) aus der Zuchtstätte "vom Gründleinshof" und als jüngster Pointer der knapp einjährige Jaspis von den Dachsfichten. Die naturnahe Wohnlage kommt den Hunden entgegen, denn Pointer haben einen stark ausgeprägten Bewegungs- und Arbeitsdrang. "Wir sind zwei- bis dreimal täglich im Revier unterwegs", sagt Angelika Glock. Es sei nicht damit getan, einfach nur die Terrassentür zu öffnen und die Hunde mal eben in den Garten zu lassen. "Pointer wollen jagdlich gefordert werden, sie wollen laufen, arbeiten, und sie wollen vorn sein, anzeigen. Das muss man bei Pointern wissen, es zeichnet sie aus. Das klassische Bei-Fuß-Laufen erlebt man mit ihnen nicht per se. Aber wenn wir durch die Stadt gehen, klappt das natürlich auch."

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: Fauna Press/FLPA Images of Nature | Trio Bildarchiv | Michael Schlenther |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2017.

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