Der soll es sein!

Der soll es sein!

Der Jäger mag sich schon zu Beginn der Pirsch ein bestimmtes Stück Wild erwählt haben. Aber ob auch die Beute zustimmt, ist fraglich. Umso glücklicher ist HALALI-Redakteurin Ilka Dorn, als es ihr in den schottischen Highlands gelingt, ihren Wunschhirsch zu erlegen.

Noch hängen die Wolken tief und geben nur wenig von der beeindruckenden Berglandschaft preis, doch hier und da reißt die Sonne bereits erste Lücken in das einheitliche Grau des Morgens. Es lässt sich erahnen, dass der Tag schön werden wird. Der Geländewagen überquert gerade ein weiteres Mal das flache Flussbett und biegt an der nächsten Abzweigung nach links ab.

 

Hier öffnet sich das enge Tal und gibt den Blick frei auf die umliegende Landschaft. Ein großer See kommt in Sicht, dahinter erstrecken sich die grasbewachsenen Hügel und Berge der Highlands. Gerade in diesem Moment bricht der Himmel auf, die letzten tief hängenden Schleier lösen sich auf, und die Sonne taucht die Landschaft in ein einzigartiges grüngelbes Licht. Ein erhebender Anblick, dem weder Worte noch Bilder gerecht werden können.

 

Langsam rollt das Auto aus und kommt rumpelnd zum Stehen. Chris, unser Jagdführer, der mich und meine Freundin Tanja heute begleiten wird, steigt aus und glast die umliegenden Berge ab. Wir beiden Jägerinnen können uns noch gar nicht sattsehen an dieser gewaltigen Naturlandschaft und halten staunend inne angesichts ihrer Weite und rauen Schönheit. Vielleicht ist es die Leere, das Fehlen von Bäumen, Sträuchern oder anderen strukturierenden Elementen, die den Menschen in dieser Weltgegend so klein und unbedeutend macht. Hin und wieder ein paar Felsen, dort ein paar Schafe, hier ein kleiner Bach, der plätschernd den Hügel herunterrinnt, ansonsten grasbewachsene Berge und Hügel, so weit das Auge reicht.

 

Es ist der dritte Tag unserer Reise zum Auch Estate in den schottischen Highlands. Heute darf ich mein Glück auf einen Rothirsch versuchen. Ein gemeinsamer Urlaub mit Freunden soll es werden: eine Woche Hirschbrunft in den schottischen Highlands, dazu Fliegenfischen im nahe gelegenen Fluss, und das alles mit der kompletten Familie. Damit keiner zu kurz kommt, haben wir uns gerecht aufgeteilt: Pro Tag können jeweils zwei Jäger zur Hirschjagd, der Rest geht wandern, unternimmt Ausflüge, kümmert sich um die Kinder oder zieht mit der Rute an den Fluss.

 

Unsere ersten beiden Tage verstrichen mit typisch schottischem Wetter. Ich war froh, noch nicht an die Reihe gekommen zu sein. Dem Erfolg der Jagd tat das schlechte Wetter jedoch keinen Abbruch. Alle jagenden Freunde waren bereits mit ihrem schottischen Hirsch heimgekommen. Nun war es also an mir, meinen Beitrag zur Gesamtstrecke zu leisten!

 

Am Abend zuvor hatten unsere Freunde bereits erklärt, was uns erwarten würde und wie der Jagdtag ungefähr ablaufen könnte. Sobald man in dem zu bejagenden Gebiet angekommen ist, hält man nach Rotwild Ausschau, das hoch oben in den Hängen steht. Ist ein passendes Rudel ausgemacht, versucht man sich ihm zu nähern. Und dann wird es anstrengend: Zuerst steigt der Jäger in gro.zügiger Distanz zum Rudel den Berg hinauf, mitunter sind dabei gut 1 000 Höhenmeter zu bewältigen. Nach einer kurzen Rast gilt es nun – immer den Wind beachtend –, von oben an das Rudel heranzupirschen und sich bis auf Schussweite zu nähern. Je nach persönlichen Fähigkeiten liegt die Distanz hier zwischen 100 und 300 Metern. 

 

| Fotos: Michael Agel |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2017.

 

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