Fasanen, Enten und ein geknackter Jackpot

Fasanen, Enten und ein geknackter Jackpot

Mit Kind und Kegel reiste Familie Dorn zu ihren Freunden ins englische Kent. Und erlebte dort eine Jagd, wie sie fröhlicher und glücklicher kaum hätte sein können.

Die Familie Tate kennen wir nun schon eine gefühlte Ewigkeit. Das Ehepaar aus Kent gehört zu denjenigen Menschen, in deren Gegenwart man sich immer wohl, entspannt und zu Hause fühlt. Uns verbindet nicht nur die Liebe zur Jagd, zur Natur und zur Wildküche, sondern auch ein gemeinsames Verständnis von Waidgerechtigkeit. Oder „Sportsgeist“, wie die Engländer es nennen.


Schon deshalb sind sie und ihre Freunde in unseren Revieren immer gern gesehene Gäste, wenn wir auf Niederwild, Reh- oder Schwarzwild jagen. Sicher, es hat einige Besuche gebraucht, bis die jagdlichen Gepflogenheiten unserer beiden Kulturen harmonierten. Ich erinnere mich an lange Nächte in der Jagdhütte mit angeregten Diskussionen über Fasanen, die im Königreich nicht unter 35 Meter Höhe beschossen werden (dürfen) oder über die inhaltliche Übersetzung der deutschen Rehbock-Bejagungsstrategie „Wahl vor Zahl“. Letztlich aber genossen wir es alle, über den Tellerrand zu blicken und uns freundschaftlich über das Für und Wider jagdlicher Besonderheiten auszutauschen.

Der englische Pheasant Shoot
Eine dieser Eigenarten in Großbritannien ist sicherlich die Fasanenjagd, an der sich häufig die Geister des deutschen Waidverständnisses scheiden. Vereinfacht und über einen Kamm geschoren, heißt die Einschätzung nicht selten: „Die setzen die Fasanen doch nur aus!“ Stimmt zwar im Grunde, aber es gibt Unterschiede. Es existieren im Königreich kommerzielle Shoots, die die Fasanenjagd in jeder erdenklichen Hinsicht professionalisiert haben. Dementsprechend zahlt man dort seinen Beitrag pro Vogel oder pro Tag.


Aber es finden sich auch kleine sogenannte „Syndicates“ (ähnlich unseren Pachtgemeinschaften), deren Besitzer oder „Captain“ häufig der Landeigentümer oder lokale Landwirt ist. Das Jagdrecht in Großbritannien hängt wie bei uns am Grundbesitz. Allerdings ohne Mindestgrößen, Jagdgenossen oder Pachtzeiten. Hier findet sich einfach eine Gruppe von zehn oder zwölf Damen oder Herren zusammen, die unter Führung des Vorgenannten ein Syndicate bilden, das mehrere Jahre bis zum Ausscheiden einzelner Beteiligter hält. Auch in einem solchen Syndicate werden Fasanen ausgesetzt. Allerdings nicht Tage oder Wochen vor Saisonbeginn oder gar Jagdtag. Vielmehr werden die Vögel im Revier in raubzeugsicheren, offenen Volieren mit viel Aufwand gehalten. Mit stehen gelassenen Maisstreifen, Wildäckern und Weizentonnen, die oft mit Anis versetzt sind, bindet man die Wildvögel ans Revier. In nicht wenigen deutschen Niederwildrevieren wurde oder wird, je nach Gesetzeslage, ähnlich verfahren, wenn der Pächter ein Faible für die Flintenjagd hat.


Da auch ich grundsätzlich ein begeisterter Flintenjäger bin und Fasan, Taube, Ente oder Hase bei uns zu Hause ebenso gern gegessen werden wie Reh oder Sau, freue ich mich über jede Einladung zur Niederwildjagd. Aber nicht nur ich freue mich, sondern auch meine Frau Ilka, die die Hunde führt, und unsere beiden Jungs, die mittlerweile begeisterte Treiber sind. Im vergangenen Herbst bot sich nun über unsere Freunde die Gelegenheit, in dem Syndicate, in dem mein Freund Gary die Jagdleitung innehat, einen Tag gemeinsam zu jagen. Gleichzeitig wollten wir unseren englischen Freunden drei Blaser F16, die wir als Leihgabe erhalten hatten, zum Test überlassen.
 

 

| Fotos: Ilka Dorn |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2017.

 

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