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Wald und Wild

Oft wird nur eindimensional beleuchtet, wie sich Verbiss und Schäle auf die Waldentwicklung und -bewirtschaftung auswirken, und selten, wie es sich umgekehrt verhält. Heute geht man mehr dazu über, auch verstärkt in diesem Bereich zu forschen und den Aspekt Lebensraum vermehrt miteinzubeziehen.

Viel wurde bereits gesagt und geschrieben über das Verhältnis von Wald und Wild. Dabei geht es meistens um die Auswirkungen von Schalenwild auf die Baumverjüngung und letztendlich auf die forstwirtschaftlichen Ziele. Reh, Rothirsch und gebietsweise Gämse, Sika- und Damwild sowie das Mufflon wurden als Übeltäter ausgemacht. Forstwirtschaftliche Schäden sind nicht in Abrede zu stellen, doch gilt es, weitere Aspekte zu betrachten.

WAS IST DER WALD?
Das Ökosystem Wald setzt sich aus unbelebten (abiotischen) Faktoren wie Licht, Temperatur, Wasser und belebten (biotischen) Komponenten wie Pflanzen, Pilze, Parasiten, Insekten und Wildtieren zusammen. Nach § 2 des Bundeswaldgesetzes (BWaldG) ist „Wald im Sinne dieses Gesetzes […] jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen“. Die ökologische Definition beschreibt den Wald als „[…] vernetztes Sozialgebilde und Wirkungsgefüge seiner sich gegenseitig beeinflussenden und oft voneinander abhängigen biologischen, physikalischen und chemischen Bestandteile, das praktisch von der obersten Krone bis hinunter zu den äußersten Wurzelspitzen reicht. Kennzeichnend ist die konkurrenzbedingte Vorherrschaft der Bäume. Dadurch entsteht auch ein Waldbinnenklima, das sich wesentlich von dem des Freilandes unterscheidet. Dieses kann sich nur bei einer Mindesthöhe, Mindestfläche und Mindestdichte der Bäume entwickeln“ (Quelle: „Das Kosmos Wald- und Forst- Lexikon“ von Reinhold Erlbeck et al.).

WAS IST DAS WILD?
Unter einem „Wildtier“ versteht man allgemein ein Tier, das in freier Wildbahn lebt, ungezähmt ist und gegenteilig zum Haustier nicht domestiziert ist. Mit dem Begriff „Wild“ werden für gewöhnlich alle dem Jagdrecht unterliegenden Wildtierarten umfasst. Oft wird dieser Begriff auf alle Wildtiere oder auch auf nicht jagdbare, dem Jagdrecht unterliegende Arten angewendet. Im Sinne des viel beschworenen sogenannten Wald-Wild-Konflikts sind mit Wild die pflanzenfressenden Huftiere wie Rothirsch (Cervus elaphus), Reh (Capreolus capreolus), Damwild (Dama dama) und Sikahirsch (Cervus nippon), Gämse (Rupicapra rupicapra), Steinbock (Capra ibex) und Mufflon (Ovis ammon musimon) gemeint. Also alle Wildtiere, die durch ihr Verhalten einen Einfluss auf die Waldentwicklung nehmen können.

 

| TEXT: JOHANNA MARIA ARNOLD | Fotos: iStockphoto.com | Fabrice Cahez/Jouan Rius/Philippe Clement/Brian Lightfoot/naturepl.com | f1online.de | Marco Schütte

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2018.

 

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