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Lesen & Erleben

In der vorigen HALALI-Ausgabe berichtete Chefredakteur Oliver Dorn von einer erfolgreichen Drückjagd, die vom Reiseveranstalter Forst Eibenstein im kroatischen Kutina durchgeführt wurde. Im darauffolgenden Spätherbst veranstalteten wir eine Reise mit Lesern und Freunden des Hauses in die lohnenswerte Region.

Die Idee, Leser zu einer Jagdreise einzuladen, ist nicht neu. Für das Redaktionsteam der HALALI allerdings schon. Auch deswegen entschieden wir uns für ein Ziel, das wir zuvor bereits sorgfältig erkundet hatten und nun unseren Gästen in erneuter Kooperation mit dem bewährten Veranstalter Forst Eibenstein zeigen wollten. Nach den Jagdmessen im Frühjahr schloss sich rasch eine Gruppe von Lesern und Freunden aus mehreren Ländern zusammen. Gemeinsam mit HALALI-Redakteur Oliver Dorn reiste der gemischte Trupp gegen Ende November in die kroatische Gespanschaft Sisak-Moslavina. Auf dem Programm standen drei Tage Drückjagd mit täglich jeweils zwei Treiben, die wir gemeinsam mit den einheimischen Jägern der jeweiligen Jagdvereine unternehmen wollten. Um unsere Gäste mit den dortigen Gepflogenheiten und Traditionen vertraut zu machen, frühstückten wir stets gemeinsam, nach dem Treiben des Tages legten wir alle zusammen die Strecken und versammelten uns anschließend zum Abendessen.

 

Eine der größten Herausforderungen im Vorfeld bestand für den Reiseveranstalter darin, für die immerhin rund dreißig Jagdgäste eine geeignete Unterkunft in dieser noch wenig erschlossenen Region zu finden.

 

Das gelang schließlich mit dem Hotel Garic´ in der Kleinstadt Garešnica. Dort warteten geräumige und saubere Zimmer, freundliches Personal sowie eine Speisekarte mit einfachen, aber sehr guten internationalen und regionalen Gerichten auf uns. Nach dem vollzähligen Eintreffen der Teilnehmer fand am Abend des Anreisetages ein erstes Abendessen mit den deutschen und kroatischen Mitarbeitern des Veranstalters statt. Das gegenseitige Kennenlernen fiel den Teilnehmer trotz mancher anfänglichen Sprachbarrieren bei gutem Essen, kroatischem Bier und gehaltvollen Hausbränden nicht schwer. Voller Vorfreude auf die kommenden drei Tage saßen wir scherzend und lachend bis in den späten Abend zusammen.

 

TAG 1: REVIER KUTINA

Schon früh am nächsten Tag brachten uns die Fahrzeuge des Veranstalters und einzelner Gäste in das Revier Kutina. Eine halbe Stunde dauerte die Fahrt durch kleine verschneite Dörfer, bis wir mit dem Pächter Marian Balasko und seinen Mitjägern des Reviers Kutina in einer Jagdhütte zusammentrafen. Es gab Tee, Kaffee, heiße Brühwurst, Rohgemüse, Brot und das traditionelle Ajvar (Gemüsekaviar). Nach einer guten Stunde wurde zum Sammeln der Jäger geblasen, Marian hielt die Ansprache, die Forst- Eibenstein-Mitarbeiter Radovan Abramovic ins Deutsche und Englische übersetzte. Danach teilten wir uns in Gruppen auf und fuhren in einen Abschnitt des rund 8 000 Hektar großen Reviers.

 

Das erste Treiben dauerte bis 12 Uhr mittags, respektive bis die Schützen von den kroatischen Abstellern abgeholt wurden. Den abgestellten Schützen präsentierte sich eine frostig-kalte Winterlandschaft, wie sie auch der Wetterbericht zuvor schon angekündigt hatte.

 

Nach einer kurzen Weile waren die kroatischen Treiber mit ihren weithin vernehmbaren Rufen zu hören, dazwischen erklangen Hörner, die den eingesetzten Bracken Orientierung geben sollten. Und ebenso schnell fielen die ersten Schüsse. Einzelne, aber auch ganze Serien. Gegen Mittag trafen die einzelnen Gruppen wieder bei den abgestellten Fahrzeugen ein. Nicht wenige der Schützen trugen bereits den Erlegerbruch an Hut, Mütze oder Kappe. Und nur wenige hatten in diesem ersten von sechs Treiben keinen Anblick oder Anlauf gehabt. Während die kroatischen Mitjäger das erlegte Schwarzwild versorgten, ließen sich Gäste und Treiber zu einem deftigen Mittagessen in der Jagdhütte nieder. Alle eingesetzten Hunde waren wieder zurück bei den Hundeführern, zwei der treuen Helfer mussten tierärztlich versorgt werden und fielen für die weitere Jagd aus. Das Nachmittagstreiben findet in einem entfernteren Revierteil statt. Einige Gäste werden in langer Reihe mit dem Hinweis, nur nach vorn oder hinten zu schießen, abgestellt, andere sichern Rückwechsel oder Waldränder. Wieder vernehmen wir das laute Treiben der Kroaten. Dann: ein Mordsgetöse im Bruch! Ein starker Keiler läuft die lange Schützenreihe an, wird mehrfach gefehlt und bleibt zwischen den Schützen stehen. Ein Moment, den die Jäger in nächster Nähe wohl ihr Lebtag nicht vergessen werden. Anschließend fallen weitere Schüsse, es kommen einige Sauen und Füchse zur Strecke. Eine stärkere Sau muss nach dem Abblasen aus einem Fluss geborgen werden, in den sie auf ihrer Todesflucht gestürzt war. Der erste Jagdtag endet am lodernden Feuer vor der Jagdhütte in Kutina mit regem Austausch über die Erlebnisse im Treiben.

 

| Fotos: Henry M. Linder |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2019.

 

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