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Tanz mit der weißen Rutenspitze

Seine weiße Rutenspitze ist für Enten einfach unwiderstehlich. Und das Kooikerhondje liebt es, als Lockvogel im Eendenkooi auf und ab zu spazieren. Ein Spektakel, das es heute immer seltener zu sehen gibt.

erblüffend, was für eine Wirkung in einer weißen Rutenspitze steckt. Zumindest dann, wenn sie zum Nederlandse Kooikerhondje gehört. Unzählige Enten folgten ihr bereits – wie die nacktschwänzigen Nager dem Rattenfänger von Hameln. Und konnten so schließlich von Jägern in Fangkörben gefangen werden. Zumindest früher, denn heute stehen lockende Rutenspitzen und der traditionelle Eendenkooi, eine Art Reuse, vor allem im Dienst der Wissenschaft, um Beringungen vorzunehmen.

 

In den wasserreichen Niederlanden genießt die Entenjagd eine jahrhundertealte Tradition. Tümpel, Sümpfe und Flüsse bieten einen optimalen Lebensraum fürs Federwild. Und genau dieses Umfeld ist Vorbild für das speziell angelegte Kooigebüsch, die naturgetreue Bühne für das orange-weiß gescheckte Kooikerhondje, den Protagonisten der niederländischen Entenjagd.

 

Was ist das Besondere daran? Das aus einem Kooitümpel und einem gezielt mit Schilfmatten und Buschwerk angelegten Kooigebüsch bestehende Gebiet geht in eine Vangpijp (Fangreuse) über, die in einem Eendenkooi (Fangkäfig) endet. Die Aufgabe des Kooikerhondje besteht darin, in dieser Fangröhre lebhaft auf und ab zu laufen. Die stets flugbereiten, aber überaus neugierigen Enten machen in der schummrigen Fangröhre lediglich die tanzende weiße Rutenspitze aus, was ihre Neugierde weckt und sie unwiderstehlich anlockt. Sobald sie in der Fangröhre sind, kommt der Kooibaas, der Jäger, hinzu und scheucht die Enten gleich weiter in den Fangkorb, wo er sie schließlich erbeutet. Ursprünglich verliehen die Grafen von Holland, mitunter auch andere Landesherren, das Kooirecht und bestimmten so, wer den Namen „Kooibaas“ (= Meister des Koois) tragen und Entenkäfige anlegen durfte. Dieses Jagdrecht sah auch Schutzzonen rund um die Eendenkoois vor, in denen absolute Ruhe herrschte, um das Federwild nicht zu beunruhigen.

 

| TEXT: GABRIELE METZ |

| Fotos: Trio Bildarchiv | iStockphoto.com |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2019.

 

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