Bis ans Ende der Welt: Alle Zeugnisse menschlicher Zivilisation liegen weit hinter uns.

Jagdreise Neuseeland

Der 22-jährige Jäger Jannick Böhnke erfüllte sich den Traum einer Abenteuerreise ans andere Ende der Welt. Was er dort in der Wildnis Neuseelands erlebte, wird er sein Leben lang nicht vergessen.



Anfang Juni, zur besten Jagdzeit im Winter der südlichen Hemisphäre, brach ich mit meinem Freund Tarek und Brent, einem befreundeten, sehr erfahrenen neuseeländischen Jäger zu den schneebedeckten Hängen in die Alpenregion des Aoraki, zum Mount Cook in Neuseeland, auf.

 

Mit großer Sorgfalt packten wir unseren Rucksack. Professionelle Hilfe leistete uns dabei unser Guide Brent. Wir beide, noch grün hinter den Ohren und voller jugendlichen Leichtsinns, hätten wohl kaum an die unerlässliche Sicherheitsausrüstung gedacht. Neben den üblichen Funkgeräten gehörten auch das Satellitentelefon sowie ein Erste-Hilfe-Set dazu. Weiterhin führten wir eine Büchse im Kaliber .300 Winchester Short Magnum mit uns, montiert waren ein Schalldämpfer und ein Zweibein.

 

Bei einsetzender Dämmerung erreichten wir die Neuseeländischen Alpen. Der Pfad zum ersten Zwischenziel, einem Plateau, war Brent bekannt, so fanden wir im Schein unserer Taschenlampe sicher den Weg zum Basislager. Nachdem wir auf diese Weise erste Erfahrungen beim nächtlichen Bergsteigen gesammelt hatten, schlugen wir unser Zelt im Schutz von dichten Manuka-Sträuchern auf. Ungewiss, was der nächste Tag bringen würde, schlossen wir die Augen.

 

Ein spektakulärer Sonnenaufgang weckte uns gegen 8.00 Uhr morgens. Ich streckte als Erster den Kopf aus dem Zelt, neugierig, welche Aussicht der Tagesbeginn für Tarek und mich bereithalten würde. Vor uns lag eine fast unwirkliche Landschaft im ersten Glanz des Morgens, die Hänge tief verschneit, gut einen halben Meter hoch türmte sich der Schnee. Steile Klippen, gähnende Abgründe und schroffer Fels umgaben uns. Inspiriert und tief beeindruckt machten wir uns fertig für unseren Tagestrip.

 

Die erste Hürde ließ nicht lange auf sich warten: Ein Bach stoppte unsere Wanderung. Etwa zwei Meter breit und gut einen halben Meter tief, rauschte das eisige Wasser durchs Tal. Wir mussten ans gegenüberliegende Ufer, nur wie? Brent ging voraus, wir stapften hinterdrein. Leider liefen unsere Stiefel bei der Querung voll Eiswasser, ein ziemliches Ärgernis bei den herrschenden sehr niedrigen Lufttemperaturen.

 

Der Aufstieg in Richtung des ersten Tagesziels war mühselig und kräfteraubend. Uns wurde klar, dass der erste Tahr mit Sportsgeist und Schinderei verdient sein wollte. Gute 50 Meter bei strammen Marschtempo durch hüfthohen Schnee, dann eine Verschnaufpause. Das war der Rhythmus der ersten zwei Stunden. Immer wieder glasten wir beim Innehalten die Hänge nach den Ziegen ab, doch zunächst vergebens. In der bisher erreichten Berghöhe war es dem Tahr in seinem dichten Winterfell wohl noch zu warm.

 

| Text und Fotos: Jannick Böhnke |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2016.

 

  • neuseeland_1
  • neuseeland_10
  • neuseeland_11
  • neuseeland_12
  • neuseeland_2
  • neuseeland_3
  • neuseeland_4
  • neuseeland_5
  • neuseeland_6
  • neuseeland_7
  • neuseeland_8
  • neuseeland_9

Simple Image Gallery Extended