Clutch Rahel

Ledermanufaktur Bronewski

In Lindau am Bodensee betreibt Alexander von Bronewski eine kleine Ledermanufaktur, die Taschen und Lederaccessoires von herausragender Güte herstellt. HALALI-Autorin Sandra Quadt war in der Werkstatt des Perfektionisten zu Besuch.



"Das geht richtig in die Arme“, erklärt Alexander von Bronewski, während er an seiner Werkbank stehend mit einem Baumwolltuch und Bienenwachs die Kanten eines cognacfarbenen Lederstreifens bearbeitet. Dabei ist die richtige Mischung aus Druck und Reibungswärme entscheidend, um die Kanten sowohl dauerhaft haltbar als auch optisch ansprechend zu versiegeln. "Die werden oft nur maschinell geglättet oder mit Farbe versehen, aber ich mache das alles in Handarbeit, das zahlt sich einfach aus.“ Ein kleiner Einblick in Alexander von Bronewskis Liebe zum Detail. Und einer von zahlreichen Arbeitsschritten auf dem Weg zu "Greta“, "Rosa“ oder "Maria“, denen die Lederstreifen ein langes Taschenleben als Henkel dienen werden.

 

"Ich musste mich erst mal wieder daran gewöhnen, im Stehen zu arbeiten“, erinnert sich Alexander von Bronewski an die erste Zeit in der Werkstatt. Aber nach zehn Jahren als IT-Fachmann eines großes Auktionshauses war die Zeit reif für eine berufliche Neuorientierung. Und die sollte ihn weg vom Schreibtisch und ran an die Werkbank führen, denn während einer Auszeit in Südamerika entstand die Idee einer eigenen Werkstatt für Lederprodukte. Und so gründete er vor etwas über zwei Jahren in seiner Heimatstadt Lindau die "Alexander von Bronewski Manufaktur“. Dass er erst vor so relativ kurzer Zeit, dazu als Branchenneuling und Autodidakt, ins Lederhandwerk quereingestiegen ist, erstaunt umso mehr, wenn man seine bis ins Detail durchdachten und ausschließlich von Hand unglaublich akkurat genähten Arbeiten kennt.

 

Wo er das gelernt hat? Statt Sattlerlehre und Designstudium waren Fachliteratur, der Austausch mit anderen lederverarbeitenden Handwerkern, Video-Tutorials und vor allem Learning by Doing angesagt. "Ich habe ganz viel rumprobiert und dabei natürlich auch Fehler gemacht. Wenn du von Hand nähst, musst du dir zum Beispiel vorher ganz genau überlegen, wie viele Nähte du wirklich brauchst“, erzählt er. Bis eine neue Idee tatsächlich produktreif ist, vergeht bei Alexander von Bronewski viel Zeit. Ihm geht es aber auch nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Produkte auf den Markt zu werfen, sondern um zeitlose, gleichermaßen funktionelle und ästhetische Qualitätsarbeit.

 

Das Stichwort für die Tote Bag "Greta“ und deren kleine Schwestern: Die aus pflanzengegerbtem und -gefärbtem Rindsleder gefertigten geräumigen Taschen sind inzwischen zu so etwas wie Alexander von Bronewskis "Signature Pieces“ geworden. Ihre Namen verdanken seine Arbeiten übrigens Verwandten, Freunden oder Kunden, die als Ideengeber fungierten oder den Prototyp eines bronewskischen Produkts gekauft haben.

 

Neben Taschen entstehen in der Manufaktur Lederaccessoires wie Notizbuchhüllen, Brieftaschen oder in Leder eingekleidete Flachmänner. Gerne lässt sich Alexander von Bronewski auch von der Natur inspirieren: zu Schlüsselanhängern aus in Leder eingefassten Geweihstangen oder den Bodenseesteinen, die komplett in Leder eingenäht werden und je nach Größe als Briefbeschwerer oder Türstopper dienen.

 

| Text: Sandra Quadt || Fotos: Fotos: Bertram Graf von Quadt | Alexander von Bronewski |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2016.

 

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