Mit viel eigener Erfahrung als Jäger und guter Beobachtungsgabe verleiht Dieter Schiele den Arbeiten die nötige Tiefe im Detail.

Die Schwarze Kunst und die Jagd

Dieter Schiele hat zwei große Leidenschaften: Er ist begeisterter Falkner und Jagdmaler. Letztere Passion hat er zum Beruf gemacht. Seine naturgetreuen Radierungen und Ölbilder finden Liebhaber auf der ganzen Welt.



Dieter Schiele kratzt nur an der Oberfläche. Das ist wörtlich zu verstehen, denn der Künstler beschäftigt sich viel mit Radierungen und Kupferstichen. Die Motive entstehen, indem er mit einer Nadel die Linien aus einer Kupferplatte herausritzt.

 

Schon als Kind hat Dieter Schiele am liebsten Tiere gemalt und gezeichnet. Nachdem er sich später als Künstler selbstständig gemacht hatte, legte er seinen Schwerpunkt jedoch zunächst auf Porträts und Akte. Das führte dazu, dass er die ganze Zeit mit seinem Großonkel verglichen wurde – dem weltberühmten österreichischen Maler Egon Schiele, der zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne zählt. "Diese Vergleiche habe ich damals natürlich nicht gern gehört", sagt Dieter Schiele. "Ich wandte mich dann den Jagd- und Tiermotiven zu, und das läuft wirklich gut."

 

Der heute 66-Jährige ist von allen Tieren fasziniert, "von der Spitzmaus bis zum Elefanten, vom Zaunkönig bis zur Großtrappe". Ihm ist es wichtig, Tiere naturalistisch und anatomisch korrekt darzustellen. "Ich verstehe mich als Anatomen und bringe anatomisches Denken mit", sagt Schiele. "Ich weiß, welche Bewegungen ein Tier machen kann, zu welcher Bewegung eine Gazelle auf der Flucht fähig ist. Das kann ich gut ausdrücken, und das verleiht den Bildern Lebendigkeit und Spannung."

 

Für seine Studien begibt sich der gebürtige Frankfurter oft ins Freie. Dabei ist er nicht nur in Deutschland, sondern häufig auch im Ausland unterwegs. Um etwa einen Elefanten von vorn beobachten und detailliert zeichnen zu können, stellte sich Dieter Schiele auf einen Wechsel, sodass der imposante, fressende Dickhäuter genau auf ihn zukam.

 

"Angst hatte ich keine", sagt er. „Aber ich bin auch nicht lebensmüde, und ich bin kein Draufgänger. Es geht mir wirklich nur um meine Arbeit. Deshalb hatte ich einen Professional Hunter dabei, der mir sagen konnte, wann ich mich zurückziehen sollte, und der mit seinem Gewehr im Notfall einen Warnschuss hätte abgeben können.“

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: Daniel Lijovic |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2017.

 

  • schiele_1
  • schiele_10
  • schiele_11
  • schiele_12
  • schiele_13
  • schiele_2
  • schiele_3
  • schiele_4
  • schiele_5
  • schiele_6
  • schiele_7
  • schiele_8
  • schiele_9

Simple Image Gallery Extended