Immer der Gams hinterher

Immer der Gams hinterher

Ganz so behände wie sein Wild bewegt sich der Jäger bekanntlich nicht. Besonders in den zerklüfteten Pyrenäen sind die Gämsen im Vorteil. Mit viel Ausdauer und nach etlichen erschöpfenden Kletterpartien gelingt es HALALI-Redakteurin Ilka Dorn trotzdem, in Schussweite der geschickten Bergbewohner zu gelangen.

Noch zeichnen die Berge ihre Umrisse nur schemenhaft ins nachtblaue Firmament. Doch bald hebt sich die gezackte Silhouette deutlich vom Horizont ab, und der Himmel färbt sich in ein kräftiges Orange. Eines nach dem anderen erlöschen die letzten Lichtpunkte am gegenüberliegenden Hang. Ein kleines Bergdörfchen kommt in Sicht und verschwindet gleich wieder hinter der nächsten Kurve. Nach einer letzten Steigung in einer engen Kehre haben wir den Scheitelpunkt des Bergpasses erreicht.

 

Jetzt, da die kleine Straße wieder flacher wird, hält der Fahrer des Geländewagens nach allen Seiten Ausschau. Allmählich lassen sich in den Wiesen und Wäldern die ersten Konturen erkennen. „Wir dürfen nicht zu früh ankommen“, sagt Cédric, „sonst stören wir das Gamswild, das jetzt noch auf den offenen Flächen der Almwiesen äst. Lieber warten wir noch ein wenig, bis es sich zurückgezogen hat.“ So können wir erst einmal ausgiebig ein Rudel Kahlwild beobachten, das auf der anderen Hangseite gerade wieder in den Bestand einwechselt.

 

Cédric lenkt das Auto durch eine kleine Ortschaft und parkt den Geländewagen unter einer großen Robinie. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Nicht mehr als ein Dutzend Häuser zählt das Dörfchen, altertümlich gebaut aus Sandund Bruchstein. Eine kleine Kapelle markiert das Zentrum der Siedlung. Eine ältere Frau kehrt bereits in früher Morgenstunde den kleinen Hof vor ihrem Haus und nickt uns freundlich zu, während sich eine schwarze Katze auf dem Fenstersims rekelt.

 

Jetzt erglänzen die ersten Sonnenstrahlen am Horizont und tauchen das Herbstlaub der Robinie in ein feuriges Gelb. Einige der verfärbten Blätter beginnen bereits leise zu Boden zu rieseln.

 

Wir wenden uns einem kleinen Häuschen zu, das der ortsansässigen Jagdgesellschaft als Jagdhütte dient, komplett ausgestattet mit Aufbrechbock, Zerwirktisch, Kühlung, Hundeboxen und vielem mehr. Hier treffen wir auch auf einige Jäger, deren orangerote Signalkleidung auf eine bevorstehende Drückjagd schließen lässt.

 

Und tatsächlich. Ein paar Jäger wollen in einem anderen Revierteil auf Sauen jagen, in Frankreich eine der beliebtesten Jagdarten. Erst Rotwild, jetzt auch noch Sauen in dieser Höhe? Aber wir sind ja eigentlich wegen der Gamsjagd hier.

 

Bereits auf meiner letzten Jagdreise nach Südfrankreich (siehe HALALI 01/2016) hatte ich mit dem Outfitter Pierre-Jean Lacombe verabredet, einmal eine Gams in den französischen Pyrenäen zu jagen. Jetzt – ein Jahr später – ist es so weit. Der Flug nebst Waffentransport nach Toulouse verlief genauso problemlos wie im Jahr zuvor. Abends hatten wir uns in einem nahe gelegenen Hotel getroffen, um die Details der Reise zu besprechen. Nach kurzer Begleitung überlässt mich nun Pierre-Jean der kundigen Führung von Cédric.

 

| Fotos: Michael Buss | Ilka Dorn |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2017.
 

  • pyrenaeen_1
  • pyrenaeen_10
  • pyrenaeen_11
  • pyrenaeen_12
  • pyrenaeen_13
  • pyrenaeen_14
  • pyrenaeen_15
  • pyrenaeen_16
  • pyrenaeen_2
  • pyrenaeen_3
  • pyrenaeen_4
  • pyrenaeen_5
  • pyrenaeen_6
  • pyrenaeen_7
  • pyrenaeen_8
  • pyrenaeen_9

Simple Image Gallery Extended