Eifel-Wellness

Jagdhaus Hellenthal

Seit dem Erfolg der beliebten Eifel-Krimis ist die abgeschiedene Region zwischen Rhein und Mosel geradezu Kult geworden. Bei Jägern erfreute sich die vulkanisch geprägte Gegend allerdings schon immer großer Beliebtheit, und wer dort gar ein Jagdhaus sein Eigen nennen darf, kann sich glücklich schätzen.



Kalter Krieg
Man schreibt das Jahr 1951. Der Krieg liegt sechs Jahre zurück, aber Angst und Unsicherheit sind in der deutschen Bevölkerung noch immer gegenwärtig – nicht zuletzt wegen der Atombombe, die im August 1945 in Japan erstmals zum Einsatz gekommen war. Der Angriff der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki hat nicht nur eine verheerende Wirkung bislang ungekannten Ausmaßes ausgelöst, sondern ist zugleich der Beginn einer neuen Ära der politischen Auseinandersetzung, die als „Kalter Krieg“ in die Geschichtsbücher eingehen wird.

 

Refugium
Zu jenen, die sich Gedanken über zukünftige atomare Schreckensszenarien machen und Städte und Ballungsräume für besonders gefährdet halten, gehört auch Peter Hellenthal, der Großvater des Bonner Unternehmers Christopher Stahl. Hellenthal erscheint es ratsam, im Falle eines Falles in eine ländliche Gegend ausweichen zu können. Da er zudem passionierter Jäger ist, beschließt er, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, und macht sich in der nahe gelegenen Eifel auf die Suche nach einem geeigneten Refugium.

 

Vulkaneifel
Seine Wahl fällt schließlich auf ein kleines Dorf in der Nähe von Hillesheim. Dort, am Waldrand oberhalb des Ortes, baut er sich ein Jagdhaus mit weitem Blick über die Vulkaneifel. Seiner Jagdleidenschaft kann er hier unbeschwert frönen, nachdem er die Gemeindejagd gepachtet hat. Im Laufe der Jahre erweitert er sein Revier nach und nach, und bald bejagt er gemeinsam mit seinen Kindern stolze 5000 Hektar.

 

Aber leider findet die Idylle durch den frühen Unfalltod des Großvaters im Jahr 1962 ein jähes Ende. Danach ziehen sich die Söhne allmählich aus der Eifel zurück. Schließlich wird das Haus 1982 verkauft. Für Chris Stahl aber, der zu dieser Zeit noch nicht den Jagdschein hat, haben von nun an Schule und Studium Vorrang.

 

Von 2 auf 200
Obwohl Stahl dem Motorsport sehr zugetan ist und leidenschaftlich Rennen fährt – vorzugsweise mit Boliden der Marke Porsche –, konzentriert er sich beruflich doch lieber auf Zweiräder. Zusammen mit einem Kommilitonen gründet er 1989, noch in der Studienzeit, die Firma H&S Bike-Discount. Die beiden wollen selbst gebaute Fahrräder verkaufen und sind damit vom Start weg erfolgreich. Die Fläche ihrer Läden wächst proportional zu den ständig steigenden Verkaufszahlen. Auch das Geschäftsmodell "Direktversand" entwickelt sich zum Dauerbrenner. Heute ist H&S Europas größter Versandhändler für Zweiräder. Die Hausmarke Radon heimst in der Branche fast alles an Preisen ein, die es zu gewinnen gibt. Was einmal als "Zwei-Mann-Show" begann, ist heute eine Firma mit mehr als 200 Mitarbeitern.

 

Chris im Glück
Trotz seines Erfolgs in der Stadt am Rhein hat der Bonner Unternehmer die Eifel nie vergessen. Als Hobby-Rennfahrer ist er dort wieder regelmäßig unterwegs, vor allem auf seiner Hausstrecke, dem Nürburgring. Aber auch seine Kindheits- und Jugenderinnerungen lassen ihn nicht los.

 

| Text und Fotos: Wolfgang von Brauchitsch |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2017.

 

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