Aufbruch zur Jagd

Aufbruch zur Jagd

Auf einem der höchsten Punkte der Insel Rügen und mitten im Waldgebiet der Granitz ließ der Fürst zu Putbus in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleines Jagdschloss errichten. Es hat die Zeiten überdauert und ist heute wieder ein beliebtes Ausflugsziel. HALALI-Autor Dr. Volker Pesch hat Schloss und Ausstellung besucht.

In der Nacht vor dem Heiligen Abend des Jahres 1865 schlug die große Stunde des kleinen Jagdschlosses Granitz. Ein verheerendes Feuer machte das Stadtschloss von Putbus, Sitz des alteingesessenen und gleichnamigen Adelsgeschlechtes, bis auf Weiteres unbewohnbar. Also zog Wilhelm Malte II. nebst Familie und fürstlichem Tross in das nahe gelegene Schlösschen, mitten ins wildreiche Waldgebiet der Granitz im Südosten der Insel Rügen.

 

Natürlich drängt sich der Verdacht auf, der Fürst zu Putbus habe das Feuer selbst gelegt, schließlich war der Mann begeisterter Jäger, genau wie sein gleichnamiger Großvater und sämtliche Ahnen seines Geschlechts. Aber bevor solche Unterstellungen als historische Fake News niedergeschrieben werden, holt Museumspädagogin Agnes Heine den angereisten Reporter schnell zurück auf den marmornen Boden: Nach allem, was man heute weiß, war die Ursache des Brandes ein falsch gebauter Heißluftzug. Wilhelm Malte hatte wohl einfach nur Glück, fortan für einige Jahre mitten in seinem liebsten Jagdrevier wohnen zu dürfen.

 

Die junge Frau ist Mitarbeiterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Bereich der Liegenschaftsverwaltung des Landes betreut das Jagdschloss nebst Park seit 2003. Aufgabe und Verpflichtung sind die Instandsetzung und Bewahrung kulturhistorisch wertvoller Bauwerke und Gärten sowie deren denkmalverträgliche Nutzung. Und das heißt: die Öffnung und Präsentation für Besucher. Hier in der Granitz ist dafür Agnes Heine verantwortlich, auch als ebenso sympathische wie kenntnisreiche Führerin durch das Schloss. Zur Begrü.ung unter Trophäen im beeindruckenden Foyer erklingt das Signal „Aufbruch zur Jagd“ aus einem verborgenen Lautsprecher.

 

| Fotos: Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern/Timm Allrich/Thomas Grundner | Volker Pesch |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2017.
 

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