Gräfliches Grill-Buffet

Gräfliches Grill-Buffet

Dass gesundes Essen gut schmecken und Spaß machen kann, zeigt (Fernseh-)Koch Tarik Rose mit seiner Sendung „Iss besser! – Tariks wilde Küche“ immer wieder im TV des NDR. Dabei erklärt der leidenschaftliche Koch, wie man aus frischen Zutaten ganz einfach leckere Gerichte zaubert. „Ich mag es schnörkellos und natürlich“, so das Credo des Meisters.

Waldbesitzer und Jäger Fried Graf von Bernstorff lud Tarik Rose, Chefkoch und Inhaber des Restaurants „Engel“ in Hamburg sowie NDR-Fernsehkoch, ins niedersächsische Wendland ein, um gemeinsam mit ihm, einem NDR-Fernsehteam, HALALI-Fotograf Russel Peters sowie HALALI-Autor Peter Burkhardt zu kochen. Hier können Sie nachlesen, was die Runde beim Blick über die Schulter von Tarik Rose an Gerichten, Rezepten und Zubereitungstipps entdecken konnte …

 

„Was für wunderbare Düfte“ ist gleich mein erster Eindruck, als ich vor der Schlossküche der Grafen von Bernstorff im niedersächsischen Gartow mein Auto abstelle. Links liegt der kleine Hofladen, in dem gerade das Grill-Buffet für den Abend vorbereitet wird, rechts befindet sich die Schlossküche, hinter mir warten rustikale Sitzbänke unter alten Bäumen auf die Gäste, die sich jeden Freitag und Samstag einfinden, um die gräfliche Barbecue-Küche zu genießen. Mittendrin baut ein Fernsehteam Tisch, Grill und eigenes Equipment auf, es werden erste frische Zutaten bereitgestellt. Mehrere Stunden sind für Tarik Roses kulinarisches Outdoor-Gastspiel eingeplant – und die werden wir auch brauchen: Leckeres Essen, eine große Themenfülle und ein beeindruckendes Gewitter werden uns die kommenden Stunden beschäftigen.

 

Erste Anlaufstation: der Wildladen nebst eigener Schlachterei. Hier wird alles Wildbret – auf direktestem Weg aus dem Wald auf den Hof verbracht – aus den gräflichen Revieren verarbeitet, die unter der eigenen Regiejagd stehen. Auch Begehungsscheininhaber aus den gräflichen Revieren – und hier komme ich ins Spiel – lassen an Ort und Stelle gerne ihre Beute veredeln. Die Produkte der Schlachterei gehen inzwischen an ausgesuchte Restaurants und Köche. Ferner wird das Wildbret für das eigene Catering genutzt oder im Hofladen verkauft. Dort gibt es neben Rot-, Dam-, Schwarz- und Rehwild aus dem eigenen Wald auch Hausgemachtes aus der Schlossküche sowie eigene Kreationen wie Pestos oder Chutneys. Viele Zutaten entstammen der eigenen Bio-Landwirtschaft oder werden – unweit des Hofladens und der Schlossküche – liebevoll im Kirchengarten angebaut. Die Verbindung zum Kirchengarten resultiert aus dem seit Jahrhunderten bestehenden Kirchenpatronat der Grafen von Bernstorff, das diese auch heute noch innehaben.

 

Typisch Gartow, typisch Wendland: Hier ist eben alles etwas kleiner, verwobener, historischer und natürlicher als an vielen anderen Orten. 60 Jahre von drei Seiten DDR-Grenze umgeben, gehen hier, im letzten Winkel Nordost-Niedersachsens, tatsächlich die Uhren anders. Gleich vier Naturräume kennzeichnet dieses Kleinod, was wohl auf so engem Raum andernorts schwerlich zu finden ist: Malerische Elbauen grenzen an weite Wälder, diese wiederum münden in weiten Heideflächen und kleinparzelligen Feldern. Ob Elbe, Wald, Heide oder Feldmark – Naturfreunde zog diese Vielfalt schon zu DDR-Zeiten an, als es hier „nur zwei Richtungen gab: dreimal Osten und einmal Westen.“ Als die Grenze dann geöffnet wurde, fanden viele Menschen dort neue (Urlaubs-)Ziele, und das Wendland und auch der Gartower Raum wurden zum Geheimtipp: für Jäger, Naturfotografen, Ornithologen, Angler, Reiter … Noch heute können Interessierte innerhalb von 15 Autominuten hier die unterschiedlichsten Lebensräume vorfinden. Hier treffen sie dann, mit etwas Glück, beispielsweise auf Rothirsch und Biber, Seeadler und Schwarzstorch, Wiedehopf und Wolf, Fischotter und Schwalbenschwanz. Ob es an der langjährigen und heute zum Teil noch spürbaren Abgeschiedenheit liegt, dass hier die Menschen mehr aufeinander zugehen, mehr Zeit miteinander verbringen und – richtig! – auch gerne und häufig miteinander kochen?

 

| Fotos: Russel Peters |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2017.
 

  • kulinarisches_1
  • kulinarisches_10
  • kulinarisches_11
  • kulinarisches_12
  • kulinarisches_13
  • kulinarisches_14
  • kulinarisches_15
  • kulinarisches_16
  • kulinarisches_17
  • kulinarisches_18
  • kulinarisches_19
  • kulinarisches_2
  • kulinarisches_20
  • kulinarisches_3
  • kulinarisches_4
  • kulinarisches_5
  • kulinarisches_6
  • kulinarisches_7
  • kulinarisches_8
  • kulinarisches_9

Simple Image Gallery Extended