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Natur im weitesten Sinne

Rudolf Freiherr von Ulmenstein hat schon als Junge gezeichnet und gemalt. Seinen Motiven  aus der Natur ist er bis heute treu geblieben. HALALI-Redakteurin Annette Feldmann hat sich  mit dem Künstler und Jäger über seine Arbeit unterhalten.

Bei einer Ausstellung in Walsrode bleibt ein älterer Mann vor einem von Rudolf von Ulmensteins Landschaftsbildern stehen – ein Birkenwald mit einem Moorgraben – und sagt: „Dieses Bild muss ich haben! Es erinnert mich so sehr an den Ort, an dem ich dereinst einen Hirsch erlegt habe. Genau so sah es da aus!“ Über solche Augenblicke freut sich Rudolf von Ulmenstein besonders: „Obwohl gar kein Tier auf dem Bild zu sehen war, hat ihm die Landschaft als Erinnerung an sein Jagderlebnis gereicht.“

Landschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Das ist wahrscheinlich kein Wunder, wenn man in der Nordeifel aufgewachsen ist, wo der Vater nicht nur ein Forstamt leitete, sondern auch selbst gern und gut aquarellierte und zeichnete. „Ein bisschen Talent wurde mir also in die Wiege gelegt“, sagt der 60-Jährige. Als Junge begleitet er seinen Vater auf Revierfahrten und Ansitze. „Daran denke ich heute immer noch gern zurück.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Balz der Birkhühner im Hohen Venn, die sie in den 60er-Jahren auf Einladung eines belgischen Forstkollegen frühmorgens in der Moorlandschaft erlebten. „So etwas habe ich nie wieder gesehen. Es war toll!“

Genau wie sein Vater zeichnet und malt Rudolf von Ulmenstein und findet seine Motive, natürlich, in der Natur. In der Schule in Monschau bringt ihm sein damaliger Kunstlehrer, der Kunst- und Landschaftsmaler Paul Siebertz, verschiedene Materialien und Techniken nah – Ölfarben, Kohle, Aquarell. „Da habe ich viel mitbekommen, das war ein guter Fundus“, sagt er. 1972 geht er nach Niedersachsen, studiert in Göttingen Forstwissenschaft und ist seit dieser Zeit in künstlerischer Hinsicht als Autodidakt unterwegs. Sein Referendariat führte den jungen Mann ins Forstamt Göhrde in die Lüneburger Heide. „Dort wurde meine Kunst gefördert, und ich hatte die Möglichkeit, meine Bilder bei einer Trophäenschau auszustel-len“, sagt von Ulmenstein. Eine Ausstellung, die zur Tradition wurde – bis heute zeigt er dort jedes Jahr seine Werke.

Aktuell arbeitet er an Bildern für eine kleine Ausstellung im Frühjahr. „Etwas Größeres ist momentan nicht geplant, aber eine Anfrage kann auch immer plötzlich kommen“, so der gebürtige Mindener. „Aber hauptberuflich bin ich ja forstlich unterwegs, und so muss ich manchmal einen kleinen Spagat zwischen Forstarbeit und Malerei vollführen.“ Im Herbst und Winter findet Rudolf von Ulmenstein mehr Zeit und Muße für seine Bilder als im Sommer. „Doch ich sammle das ganze Jahr über Motive“, sagt er. „Forstlich bin ich als Gutachter unter-wegs, komme in viele Reviere und Regionen und sehe viel. Es sind Landschaftsimpressionen, markante Bäume, Heide oder faszinierende jagdliche Erlebnisse, die sich mir einprägen und die ich dann später im Atelier auf die Leinwand bringe.“ Oft spielt das Wild auf von Ulmensteins Bildern nur eine untergeordnete Rolle. „Die Tierdarstellungen sind nicht sehr dominant, sondern eher wie nebenbei, wie eine Impression beim Pirschgang. Das Wichtige für mich sind die Landschaft, die Stimmung, die Lichtreflexe.“

 

Foto Rudolf von Ulmenstein: Jochen Quast

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2018.

 

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