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Nachhaltige Nierenwärmer und Co.

Das Projekt „Fellwechsel“ ermöglicht es, Bälge von in Deutschland erlegten Raubwildarten nachhaltig zu verwerten. Jägerinnen und Jäger können die Tiere an Sammelstellen abgeben. Die Felle erhalten eine ID-Nummer, mit der weiterverarbeitende Betriebe die Herkunft der Felle aus der nachhaltigen heimischen Jagd dokumentieren können.

Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit ist nun das Projekt „Fellwechsel“ an den Start gegangen. Die Abbalgstation in Rastatt hat die vorläufige Betriebserlaubnis erhalten, und der erste Großkunde wartet bereits auf seine Lieferung. „Jetzt haben wir mit dem Abbalgen der ersten Tiere begonnen“, so der Leiter der Station, Frederik Daniels.

 

Ins Leben gerufen wurde die Fellwechsel GmbH vom Deutschen Jagdverband e. V. und vom Landesjagdverband Baden-Württemberg e. V. Ziel ist es, Bälge von Fuchs, Waschbär, Steinmarder und Co. sinnvoll zu verwerten. Bei der Jagdausübung und aus Gründen des Artenschutzes wird bereits viel Raubwild erlegt. Bisher wurden aber das wenigste verwertet. Mit Fellwechsel soll sich das ändern. „Wir haben mit diesen Bälgen ein natürliches, nachhaltiges und sehr hochwertiges Produkt und können damit hervorragend auf den Markt reagieren“, sagt Dr. Jörg Friedmann, Landesjägermeister des LJV Baden- Württemberg. Pelz sei bei den Verbrauchern durchaus aktuell. Nachdem die Pelztierzucht in Deutschland weitgehend verboten wurde, würden inzwischen verstärkt Felle, die von Tieren in freier Wildbahn gewonnen werden, nachgefragt.

 

Die Planungen für Fellwechsel liefen bereits 2016. Im März dieses Jahres wurden die letzten Raumcontainer geliefert; mittlerweile ist alles eingerichtet und betriebsbereit. Im Juni hatten Pressevertreter die letzte Möglichkeit, die Räume von innen zu sehen. „Sobald der Betrieb aufgenommen wird, dürfen Besucher die Verarbeitungsräume aus veterinärrechtlichen Vorschriften nicht mehr betreten“, erklärt Frederik Daniels.

 

Das Besondere bei Fellwechsel: Die Tiere stammen alle aus heimischer Jagd. Und jeder einzelne Balg kann durch eine Identifikationsnummer zurückverfolgt werden. Die Werbung erfolgt außerdem bei allen verarbeiteten Produkten in Deutschland. Im Juni startete das Projekt. „Am Anfang balgen wir phasenweise ab, aber unser Ziel ist der Dauerbetrieb“, sagt Daniels. Je nach Art können dann bis zu 100 Tiere pro Tag abgebalgt werden. In den Wintermonaten sollen jährlich mindestens 10 000 Tiere gesammelt und verarbeitet werden.

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2018.

 

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