Den Sanderling trifft man in Deutschland fast nur im Watt. Ins Binnenland verschlägt es ihn selten.

Leben auf den zweiten Blick

Vitales Biotop im Takt der Gezeiten: Das Wattenmeer weist neben den tropischen Regenwäldern die höchste Primärproduktionsrate der Erde auf. Teil 7 der HALALI-Serie über heimische Wunderwelten

Sechs Stunden und zwölf Minuten – das ist der Takt, der das Wattenmeer am Leben erhält. Denn alle 372 Minuten fließt das Nordseewasser den Küsten zu, oder es bewegt sich von ihnen weg. Durch große Priele, durch ein tiefes Seegatt oder in kleinen Rinnsalen. Der stetige Wechsel von Ebbe und Flut hat vor 7.500 Jahren einen Lebensraum erschaffen, der mehr Lebewesen ernährt als die meisten anderen auf dem gesamten Globus.

 

Alles ist gewaltig am größten Watt der Welt – die Wucht des Wassers, die Macht des Windes und die Kraft des Mondes, der die Gezeiten verursacht. Wer nicht an der Küste lebt und die Launen des Meeres am eigenen Leib erfährt oder die Millionen von Zugvögeln erlebt, die sich Jahr für Jahr im Watt den Bauch vollschlagen, der mag sich wundern: Dieser unscheinbare braune und matschige Übergang zwischen Land und Meer soll so viel Leben in sich vereinen?

 

Und doch ist es so, aber dazu später mehr. Denn zunächst gilt es, zu klären, dass es Wattenmeere nicht nur an der Küste Norddeutschlands gibt. Zwar ist der Lebensraum zwischen Skallingen in Dänemark und Den Helder in den Niederlanden mit mehr als 9.500 Quadratkilometern das mit Abstand größte Watt der Erde, und es gilt deswegen wohl zu Recht als Inbegriff dieses speziellen Biotops.

 

Aber Wattenmeere finden sich auch außerhalb der Nordsee, und zwar rund um die Britischen Inseln, an der Atlantikküste Nordafrikas, an der Atlantik- und Pazifikküste Nord- und Südamerikas sowie in Asien vor Korea.

 

| Text: Tobias Böckermann || Fotos: Michael Hilgert/AGE/www.premium.de | Willi Rolfes | Wild Wonders of Europe/Novák/Florian Möllers/naturepl.com |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2016.

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