Die Blätter sind weich und behaart.

Giftige Schönheit

Der Seidelbast sorgt mit ersten Farbtupfern bereits im späten Winter für einen Hauch von Frühling. Die Pflanze mit den stark duftenden Blüten ist jedoch giftig und verursacht bei Kontakt Hautreizungen. Selbst der Verzehr von nur wenigen Beeren kann zum Tod führen.

Die lateinische Bezeichnung für den Seidelbast lautet „Daphne“ – zu Deutsch „Lorbeer“ – , obwohl die beiden Pflanzen nichts miteinander gemeinsam haben. In der griechischen Mythologie verfolgt der liebeskranke Apollon die wunderschöne Daphne. Doch die Bergnymphe fühlt sich durch den aufdringlichen Gott belästigt und bittet ihren Vater, den Flussgott Peneios, um Hilfe. Der löst das Problem, indem er seine anmutige Tochter kurzerhand in einen Lorbeerbaum verwandelt. Seitdem verehrt Apollon den Lorbeer, trägt stets einen Lorbeerkranz im Haar und schmückt damit seine Leier. Wegen der Ähnlichkeit des Blattwerks übertrug sich später der Name auf den Seidelbast.

 

Die deutsche Bezeichnung leitet sich wahrscheinlich aus dem mittelhochdeutschen „Zidelbast“ ab. „Zeidler“ nannte man früher die Bienenzüchter. Ein Hinweis darauf, dass der Seidelbast bei den Bienen eine beliebte Pflanze ist. Einer der zahlreichen volkstümlichen Namen für den Seidelbast lautet „Kellerhals“. Das bedeutet „Quälhals“ und lässt die Schmerzen erahnen, die eine Seidelbastvergiftung verursacht.

 

Weltweit gibt es etwa 100 Seidelbastarten. In Deutschland bevorzugt der Blütenstrauch die Alpengebiete und das Mittelgebirge. Häufig ist er in der Nähe von Buchen- und Nadelmischwäldern zu finden. Als besonders dankbarer und pflegeleichter Strauch empfiehlt sich der Seidelbast als Gartenpflanze, zumal der Frühblüher zeitig das Frühjahr ankündigt. Allerdings ist die Giftpflanze nicht für Gärten geeignet, zu denen Kinder oder Haustiere Zugang haben.

 

Vögeln können die Seidelbastbeeren übrigens nichts anhaben. Alles am Seidelbast ist hochtoxisch, sodass Gartenarbeiten nur mit Handschuhen ausgeführt werden sollten. Schon bei Berührung der Zweige bildet die Haut Blasen, es entstehen schmerzhafte Rötungen. Wer die erbsengroßen Früchte schluckt, die sich ab August am Stamm bilden, braucht auf dem schnellsten Wege ärztliche Hilfe.

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: Fotos: David & Micha Sheldon/AGE/Christian Hütter/imageBROKER/www.premium.de |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2016.