Der Alpen-Enzian mag keinen Kalk, liebt aber die Höhe: Er wächst auf 2.000 
bis 2.600 Höhenmetern.

Gebirge im Schwitzkasten

Wer sich in luftiger Höhe behaupten möchte, muss Anpassungskünstler sein. Deshalb brachte der verwundbare Lebensraum Alpen so einzigartige Organismen wie die 1.000-jährige Zirbelkiefer hervor oder Algen, die den Schnee blutrot färben. Teil 8 der HALALI-Serie über heimische Wunderwelten

AUS DEM WELTALL betrachtet sind die Alpen nichts anderes als ein großes, aufgefaltetes Stück Erde. Als „Knautschzonen der Kontinente“ werden Gebirge mitunter bezeichnet, und tatsächlich entsprangen all unsere Höhenzüge kontinentaler Zerrissenheit und gewaltiger Dynamik im Innersten des Blauen Planeten.

 

Schaut man vom Boden aus auf die Alpen, ist der Blick in der Regel weniger technisch-geologisch, sondern eher romantisch-verklärt. Millionen Besucher zieht es auf die luftigen Gipfel Italiens, Österreichs, Deutschlands, der Schweiz oder Frankreichs – zum Skifahren, zum Wandern oder auch zum Jagen. Der vermeintlichen Natürlichkeit wegen.

 

Und tatsächlich verspricht der Sehnsuchtsort Alpen die Erfüllung vieler Wildnisträume, in denen Stress, Hochhäuser, U-Bahnen und vielleicht sogar das Handy nicht vorkommen. Immerhin: Größe, Weite und natürlich Höhe bieten sie, die Berge der Alpen.

 

Aber, und das mag aufmerksame Leser dieser Lebensraumserie nicht überraschen: Auch die Alpen sind nur noch in Teilen wirklich naturbelassen wild. Das trifft vor allem auf die Gebiete oberhalb der Baumgrenze zu. Ansonsten dominiert von Menschen gemachte Kulturlandschaft, was für die Artenvielfalt nicht immer schlecht sein muss. Natur und Kultur mischen sich in den Alpen trefflich – Biologen verzeichnen 4.500 Blütenpflanzen, von denen 400 nur in den Alpen vorkommen. Dazu 5.000 Pilzarten und mehr als 30.000 Tierarten – allerdings sind viele durch zu intensive Nutzung oder im Falle der Bergwiesen durch fehlende Nutzung gefährdet.

 

| Text: Tobias Böckermann || Fotos: Willi Rolfes | iStockphoto.com |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.

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