Sogenannte Pflanzenschutzmittel machen zahlreichen Arten das Leben schwer.

Die Vielfalt auf dem Acker

Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union kommt ab diesem Jahr wieder auf den Prüfstand: Entfalten Greening und andere Umweltmaßnahmen die gewünschte Wirkung? HALALI-Autor Dr. Volker Pesch beleuchtet das europäische Fördersystem und untersucht, wie sich eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft und ein effizienter Schutz der Biodiversität vereinbaren lassen. Denn beides berührt nicht zuletzt auch die Jagd.

Niemand kann sagen, wie viele Arten es auf der Erde gibt. Nach wissenschaftlichen Standards erfasst und benannt sind erst rund 1,4 Millionen Spezies. Schätzungen über die tatsächliche Zahl reichen bis zu 80 Millionen und mehr. Viele Arten wurden noch niemals beschrieben, andere haben Linnés Erben fälschlicherweise mit ähnlichen Spezies gleichgesetzt.

 

Und das, obwohl sie das entscheidende Distinktionsmerkmal nicht aufweisen, nämlich sich erfolgreich paaren und paarungsfähigen Nachwuchs erzeugen zu können (Esel und Pferd beispielsweise können sich zwar paaren, ihre Nachkommen aber in der Regel nicht; deswegen werden sie als getrennte Arten geführt). Wieder andere Arten wurden im taxonomischen Eifer des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mehrfach erfasst: Den Rekord hält eine kleine Schneckenart mit über 100 Beschreibungen. Und auch eine Eigenart der Natur erschwert die Erfassung der Arten: Ihre Zahl ist alles andere als konstant. Zur Evolution gehört, dass ständig Arten entstehen und vergehen.

 

Gleichwohl darf das nicht als Entschuldigung herhalten, wenn der Mensch selbst die Artenvielfalt bedroht. Wenn beispielsweise der aktuelle Artenschutzreport des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) rund ein Drittel der in Deutschland heimischen Arten als „im Bestand gefährdet“ bezeichnet, dann hat das weniger mit dem natürlichen Gang der Dinge zu tun als vielmehr mit Erderwärmung, zunehmender Bodenversiegelung und intensiver Bodennutzung. Also mit uns Menschen. Genau wie die erschreckend niedrigen Strecken der vergangenen Jagdjahre bei Feldhasen, Fasanen oder Rebhühnern und die Rekordstrecken bei Raubwild, Rehwild und Sauen.

 

Doch nicht nur die Jagdstrecken ändern sich: In einer intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft verarmt auch das Naturerlebnis Jagd.

 

Rote Listen und Strategien
Die Bedrohung der Artenvielfalt ist alles andere als eine neue Erkenntnis und längst Gegenstand internationaler und nationaler politischer Anstrengungen. Seit 1966 veröffentlicht die Weltnaturschutzunion IUCN ihre Roten Listen der gefährdeten Arten, und viele Staaten der Welt tun es ihr nach.

 

| Text: Dr. Volker Pesch || Fotos: iStockphoto.com | Ilka Dorn |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.

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