Der Aronstab ist zur Vermehrung auf Insekten angewiesen.

Pflanzenporträt Gefleckter Aronstab

Der Gefleckte Aronstab galt wegen seiner außergewöhnlichen Form und seines starken Gifts im Mittelalter als Zauber- und Hexenpflanze. Angeblich wurde er früher gern genutzt, um „Liebeszauber“ zu vollbringen.

Der Gefleckte Aronstab blüht im April und Mai. Der Blütenkolben der Pflanze sondert einen fauligen Geruch ab, der vor allem Schmetterlingsmücken zur Bestäubung anzieht. Bereits die Griechen und Römer beschrieben seine Heilwirkung. Und wie so vieles in der Volksheilkunde soll auch diese Pflanze gegen ziemlich alles helfen, darunter Heiserkeit, Bronchitis, Mumps, Rheuma, Schnupfen usw.

 

Vor allem die schleimlösende Wirkung wurde von Medizinern und Forschern gepriesen. So schrieb der deutsche Botaniker Hieronymus Bock in seinem „Kreutterbuch“ von 1565 über den Aronstab: „Ein berümt artznei für den zähen husten.“ Zudem seien die Blätter ein gutes Wundheilmittel.

 

Der Name der Pflanze geht auf die biblische Figur des Aaron zurück. Als die Vertreter der zwölf Stämme Israels zwölf Stäbe auf die Bundeslade legten, wurde der Stab des Aaron als Einziger grün – und zeigte so an, dass sein Besitzer als Hohepriester auserwählt war. Das Aussehen der Pflanze hat ihr außerdem die Bezeichnungen Eselsohr, Entenschnabel, Pfaffenspint und Trommelschlegel eingebracht. Ekelblume heißt der Aronstab manchmal wegen des Aasgeruchs, mit dem er während der Blüte Insekten anlockt. Andere volkstümliche Namen nehmen Bezug auf die Heilwirkung. So wird er in manchen Gegenden als Fieberwurz, Lungen- oder Magenkraut bezeichnet.

 

Alle Teile des Aronstabs sind giftig. Er enthält eine große Menge an Oxalsäure, die beispielsweise auch in Rhabarber, Spinat und Mangold vorkommt. Scharfstoffe wie Aroin und das neurotoxisch wirkende Coniin verursachen ein ätzendes Brennen im Mund, sollte man die Blätter versehentlich probieren. Bereits das Berühren der Pflanze hat Hautrötungen und Entzündungen zur Folge. Der Verzehr der scharlachroten Beeren, die süßlich schmecken, löst Erbrechen, Durchfall und Herzrhythmusstörungen aus. Auch von Krampfanfällen, Lähmungen und sogar Todesfällen wurde im Zusammenhang mit dem Aronstab berichtet. Gekocht oder getrocknet ist die Pflanze übrigens nur noch schwach giftig.

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: De Meester Johan/www.premium.de | iStockphoto.com |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2016.