Die Seerose gilt als Königin der Wasserpflanzen.

Nichts fließt, alles lebt

Stillgewässer beherbergen je nach Größe, Tiefe und Beschaffenheit eine Unzahl verschiedener Arten wie Eisvogel, Unke, Hecht oder Libelle. Leider werden diese Biotope in unserer übernutzten Landschaft immer rarer. Teil 9 der HALALI-Serie über heimische Wunderwelten

Wasser ist Leben – dieser Spruch klingt abgedroschen und banal. Und doch trifft er auf den Lebensraum Stillgewässer zu wie kein zweiter. Denn im Wasser pulsiert Vielfalt, und dabei ist es weitgehend einerlei, ob sich eine alte Wagenspur mit Regenwasser gefüllt hat und so zu einem Lebensraum auf Zeit wird oder ob man einen großen Binnensee betrachtet: Alles Nass wimmelt nur so von Bewohnern.

 

Ursprünglich sollte sich dieses Lebensraumporträt ausschließlich mit Teichen beschäftigen, aber das hätte doch zu kurz gegriffen. Denn als Teich bezeichnet man in der Regel ein künstlich angelegtes Kleingewässer, das eine kontrollierte Entleerung und Befüllung erlaubt – so wie es in Garten- oder Fischteichen üblich ist. Aber der Lebensraum Stillgewässer ist so vielfältig, dass man als Gemeinsamkeit seiner vielen Varianten wohl nur das Vorhandensein von Süßwasser und das weitgehende Fehlen von größeren natürlichen Zu- oder Abflüssen zugrunde legen sollte.

 

Stehende Gewässer gibt es in Dutzenden Formen, von der eben erwähnten Pfütze bis hin zum quadratkilometergroßen Alpensee. Weil Pfützen als kleinste Vertreter der Stillgewässer wieder austrocknen, dienen sie im Laufe ihrer kurzen Lebensspanne lediglich Wasserinsekten oder Mückenlarven als Brutstätte und nur mit viel Glück auch einer Kreuzkröte oder Gelbbauchunke als Laichplatz.

 

Wenn Pfützen sich zu Tümpeln erweitern, wird der Wasservorrat schon beständiger. Er gewinnt an Tiefe und Volumen. Tümpel entstehen zum Beispiel in den Wurzelgruben umgestürzter Bäume. Weil sie längere Zeit übers Jahr oder sogar durchgängig Wasser führen, leben hier auch Wasserpflanzen, und Libellen legen dort ihre Eier ab. Kleinere Fische tummeln sich dagegen natürlicherweise erst in etwas größeren Weihern, deren Wasserstand zwar schwankt, die aber nicht austrocknen. Je nach Untergrundbeschaffenheit treffen hier unterschiedliche, aufs Wasser spezialisierte Lebensgemeinschaften aufeinander.

 

| Text: Tobias Böckermann || Fotos: Willi Rolfes |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2016.

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