Außerhalb von Balz- und Brutzeit leben Hähne und Hennen (mit Jungvögeln) in getrennten Gruppen.

Hoffnungsschimmer für die Großtrappe

Kaum eine heimische Vogelart musste so dramatische Bestandseinbußen hinnehmen wie die Großtrappe. Bereits im vergangenen Jahrhundert brachen die deutschen Populationen des imposanten Bodenbrüters zusammen. Dank großer Anstrengungen im Lebensraumschutz und intensiver Prädatorenbejagung zählt man im Bundesgebiet nun wieder 232 Großtrappen.

Der schwerste Vogel Europas und aktuell einer der seltensten unseres Landes galt im 18. Jahrhundert noch als Ackerplage. Obwohl vereinzelte Vorkommen der Großtrappe in Mitteleuropa schon aus der Zeit der nacheiszeitlichen Kältesteppen belegt sind, wird die Art wohl erst mit der beginnenden Rodungstätigkeit des Menschen im bewaldeten Europa großflächig Fuß gefasst haben.

 

Vermutlich ist sie erst mit den großen Rodungsperioden des Mittelalters häufig geworden, da ihr erst dann großflächig offene Lebensräume zur Verfügung standen. Die Dreifelderwirtschaft mit dem kleinräumigen Wechsel aus Brachen, Wiesen, Weiden und Ackerland wurde für den Steppenbewohner Großtrappe zum künstlichen Ideal-Lebensraum, der durch den Anbau der auch für die Großtrappe verwertbaren Ackerkulturen wohl noch ergiebiger ausfiel als die Natursteppe.

 

Die Art wurde regional gar zur Plage, z. B. in Preußen im 18. Jahrhundert: Friedrich II. erteilte im Jahr 1753 eine Genehmigung zur Bekämpfung der Großtrappe, um die erheblichen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen zu begrenzen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mussten gegendweise Schulkinder die Trappeneier aufsammeln, um die Bestände einzudämmen.

 

Der Niedergang
Mittlerweile sind die Großtrappen aus den meisten Bundesländern schon seit vielen Jahrzehnten verschwunden:

 

Um 1850 aus Hessen, in Schleswig-Holstein 1916, in Baden-Württemberg 1935, in Niedersachsen 1947, in Thüringen 1948, in Mecklenburg-Vorpommern 1980 und in Sachsen 1994.

 

Noch um 1930 gab es auf dem heutigen Gebiet der Bundesrepublik einen Bestand von ca. 4.100 Großtrappen. Die Schwerpunkte der damaligen Verbreitung lagen in den heutigen östlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Bis 1960 schmolz der Bestand auf 1.200 Tiere. In Westdeutschland war die Großtrappe zu dieser Zeit bereits ausgestorben.

 

| Text: Burkhard Stöcker || Fotos: Dr. Christoph Robiller | Förderverein Großtrappenschutz |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2016.

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