Ein Baum mit Geschichte: Vor Jahrhunderten dürfte er gekappt worden sein, damit seine Krone schön breit wird.

Knorrige Zeitzeugen

Im zehnten und letzten Teil unserer Serie über heimische Wunderwelten führt HALALI-Autor Tobias Böckermann Sie durch die von Menschenhand geschaffenen Hudewälder.

Ach ja, das Paradies – wie schön es doch wäre, gäbe es diesen Garten Eden auch auf Erden. Unserer Vorstellung dieses schönsten aller Orte kommen vielleicht die Hudelandschaften Mitteleuropas noch am nächsten: Knorrige Baumveteranen behaupten seit Jahrhunderten ihren Platz inmitten einer parkartigen Landschaft, gesäumt von Blumen und Wildrosen.

 

Und das Erstaunliche daran: Dieses Paradies gäbe es ohne menschlichen Einfluss gar nicht. Denn neben der Heide ist kaum eine Landschaft widersprüchlicher als die der Hudewälder. Schließlich ist das, was die meisten Menschen anrührt und was sie für den Inbegriff unberührter Natur halten, heute das Gegenteil.

 

Hudewälder, Heiden und Wacholderhaine wären ohne die jahrhundertelange Mühsal unserer Vorfahren so gar nicht entstanden. Statt ihrer bedeckte noch immer Wald verschiedenster Ausprägungen das Land zwischen Garmisch und Flensburg. Allerdings, das sei hier zu Beginn bemerkt, spricht einiges dafür, dass es Hudewälder einst auch aus natürlicher Entstehung gegeben haben könnte: Der sogenannten Megaherbivorentheorie zufolge haben große Pflanzenfresser wie Wisent und Auerochse bis zu ihrer Ausrottung selbst ein ähnlich aufgelockertes Landschaftsbild bei uns geschaffen.

 

Ursprünglich dienten menschengemachte Hudewälder als Waldweide für das Vieh ganzer Dörfer, das im Frühjahr aufgetrieben wurde. Zwischen Eichen, Buchen und Wacholder fanden Rinder und Pferde auf diesen Allmendweiden ihr Futter, nicht selten auch Schafe und Ziegen und zur Eichel- und Bucheckernmast auch Hausschweine.

 

| Text: Tobias Böckermann || Fotos: Willi Rolfes | Tobias Böckermann | iStockphoto.com |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2016.

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