Die stark ölhaltigen Leinsamen schmecken leicht nussig.

Pflanzenporträt Lein

Die Leinpflanze mit ihren hellen Blüten ist von unauffälliger Anmut. Ganz im Gegensatz zu ihrem bescheidenen Auftreten stehen die fast unzähligen Verwendungsmöglichkeiten des überaus nützlichen Gewächses.

Die Leinpflanze zählt zu unseren ältesten Kulturpflanzen. Archäologische Funde in Vorderasien deuten darauf hin, dass Lein bereits 6000 bis 4000 vor Christus angepflanzt und beispielsweise für die Herstellung von Grab- und Mumientüchern genutzt wurde. Später gelangte der Lein nach Mitteleuropa und danach auch nach West- und Nordeuropa.

 

Bereits der lateinische Name der Pflanze „usitatissimum“ – „äußerst nützlich“ – deutet auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Leins hin. Aus den Stängeln wird die Flachsfaser gewonnen. Das Wort „Flachs“ leitet sich von flechten“ ab, und die Bezeichnung „Lein“ kommt von dem keltischen Wort „lin“ für „Faden“ sowie dem lateinischen Begriff„linum“. Bereits im Mittelalter wurden die Fasern geerntet und zu Kleidungsstücken und Haushaltstextilien verarbeitet – übrigens eine mühsame Angelegenheit.

 

Textilien aus Leinen verfügen über praktische Eigenschaften. Die Fasern sind schmutzabweisend und nehmen viel Feuchtigkeit auf, die sie auch rasch wieder abgeben können. Das macht Hosen, Röcke und Hemden aus Leinen zur idealen Sommerbekleidung. Sie ist luftig, leicht und hält trocken. Der einzige Nachteil: Die Kleidungsstücke knittern stark. Das liegt daran, dass die relativ reißfesten Fasern nicht sehr elastisch sind.

 

Außer in Textilien fanden und finden die Fasern in vielen anderen Gegenständen Verwendung. So zum Beispiel beim Buchbinden oder, wie der Name schon sagt, für Leinwände in der Malerei. Das Werg ist ein Nebenprodukt, das bei der Faserverarbeitung anfällt und zum Abdichten von Holzplanken im Schiffsbau genutzt wurde.

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: iStockphoto.com |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2016.