Scharbockskraut ist giftig. Die Blätter dürfen, wenn überhaupt, nur vor der Blüte und in kleinen Mengen verzehrt werden.

Pflanzenporträt Scharbockskraut

Das Scharbockskraut blüht ab März als eine der ersten Pflanzen im Jahr. Oft findet man es als dichte gelbe Matte in Laubwäldern, an Waldrändern und Hecken.

Die leuchtend gelben, glänzenden Blüten läuten den Frühling ein. Die kräftige Farbe der Scharbockskraut-Blütenblätter hat aber noch eine weitere Funktion. Sie signalisiert, dass die Blätter nun giftig sind. Vor der Blütezeit können sie jedoch geerntet und verzehrt werden. Klein gehackt schmecken sie zum Beispiel als würzig-scharfe Zugabe in einem Wildkräutersalat oder in Quarkdips. Dabei sollte man jedoch darauf achten, nur geringe Mengen zu verzehren.

 

"Gott schuf das Scharbockskraut. Indessen, den Bock dazu hat er vergessen. Weshalb das Kraut zwar grünt und sprießt, jedoch vergebens. Weil niemand kommt, der es genießt", heißt es in einem Spruch des österreichischen Schriftstellers Karl Heinrich Waggerl. Wenig erstaunlich, denn die Pflanze enthält wie alle Hahnenfußgewächse das sogenannte Protoanemonin und wird deshalb von Tieren gemieden. Das Gift verursacht nach dem Verzehr beispielsweise Erbrechen, Durchfall, Lähmungserscheinungen und Krämpfe. Kommt es mit der Haut in Kontakt, kann es zu Rötungen, Juckreiz und Blasenbildung führen.

 

Der Namensbestandteil "Scharbock" ist eine veraltete Bezeichnung für „Skorbut“, das sich wiederum vom lateinischen Wort "Scorbutus" für "Mundfäule" herleiten lässt. Im Zeitalter der Entdeckungen litten häufig vor allem Seefahrer unter dieser Vitaminmangelkrankheit, weil sie meist wochen- und monatelang kein frisches Obst und Gemüse, sondern nur Pökelfleisch und Schiffszwieback verzehrten.

 

Skorbut führt unter anderem zu Zahnfleischbluten, Erschöpfung, Infektanfälligkeit, Muskelschwund und kann den Tod durch Herzschwäche zur Folge haben. Der britische Entdecker und Seefahrer James Cook, der ebenso wie viele seiner Crewmitglieder selbst an Skorbut erkrankte, machte sich um die Bekämpfung des Skorbuts verdient. Er setzte sich für eine verpflichtende Vitamin-C-Aufnahme in der englischen Marine ein, die unter anderem durch die Proviantierung mit Sauerkraut und Zitronen gewährleistet wurde. Noch heute werden deshalb englische Seeleute in der Seemannssprache als „Limeys“ (Zitronenfresser) bezeichnet.

 

Auch das Scharbockskraut ist sehr reich an Vitamin C und hilft gegen Skorbut. Außerdem wird es in der Volksheilkunde gegen Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt.

 

| Text: Annette Feldmann || Fotos: iStockphoto.com |


Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2017.