Die Lüneburger Heide mit den größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas ist eine einmalige Naturlandschaft.

"Natur Natur sein lassen"

Naturschutz ist in aller Munde. Waren es in früheren Zeiten nur Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche neue Begriffe hinzugekommen – mit zum Teil uneinheitlicher Bedeutung. HALALI-Autor Burkhard Stöcker erklärt in diesem Artikel die unterschiedlichen Begriffe, denn nur wer mit der Terminologie korrekt umgeht, kann kompetent mitdiskutieren und sich gezielt einbringen.

Naturschutz ist überwiegend Ländersache, und so hat auch jedes Bundesland ein wenig andere Vorstellungen von mancher Schutzgebietsdefinition. Das Bundesnaturschutzgesetz als Rahmengesetz hat die wesentlichen Schutzkategorien benannt und definiert. Im Folgenden wol-len wir sowohl in Anlehnung an das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) als auch an internationale Gepflogenheiten wesentliche Kriterien und Unterscheidungsmerkmale der Schutzgebiete vorstellen.

 

§ 23 Naturschutzgebiete
"[…] sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft […] erforderlich ist zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von […] Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten […]"

 

Das Naturschutzgebiet ist die klassische Form des Schutzgebiets in Deutschland. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts wurden verschiedene Landschaftsräume unter Naturschutz gestellt. In der Regel waren dies Gebiete, in denen entweder sehr seltene Tiere und Pflanzen vorkamen, oder Landschaften von einem besonderen ästhetischen Reiz. Was dort jeweils verboten oder erlaubt ist, regelt die jeweilige Verordnung, die es für jedes Naturschutzgebiet gibt. Je nach Schutzzweck oder Schutzziel können bestimmte Pflegemaßnahmen (Management) erforderlich sein, oder die Natur bleibt völlig sich selbst überlassen.

 

Bei Naturschutzgebieten, die als Folge einer extensiven menschlichen Nutzung entstanden sind (Heiden, Feuchtwiesen, Magerrasen, Niederwälder, Mittelwälder, Hutewälder) ist in der Regel ein Management notwendig, um das Schutzziel dauerhaft zu sichern. Bei der Sicherung klassischer Urlandschaften (Meere, Hochgebirge, Urwälder) sind meistens keine pflegenden Eingriffe notwendig. Das Naturschutzgebiet (NSG) ist prinzipiell die strengste nationale Schutzkategorie. Jegliche Veränderungen, die das NSG beeinträchtigen könnten, sind verboten: Straßen- und Wohnungsbau oder aber auch Veränderungen der landwirtschaftlichen Nutzungsform (beispielsweise Umwandlung von Wiesen in Ackerflächen). Kritisch zu bewerten sind auch die Absenkung des Grundwasserspiegels durch die Anlage von Brunnen sowie großräumige Grundwasserabsenkungen, zum Beispiel durch einen nahe liegenden Tagebau.

 

Zur Jagd gibt es in Naturschutzgebieten unterschiedliche Regelungen. Auch die Formen der Jagdausübung sind in der gebietsspezifischen Verordnung geregelt. Jagd kann in vielen Fällen die Schutzziele effektiv unterstützen. In Naturschutzgebieten, in denen es etwa um den Schutz bodenbrütender Vogelarten geht, kann eine intensive Raubwildbejagung das Schutzziel wesentlich fördern. Ebenso kann auf Trockenrasen mit interessanten Orchideenarten durch eine intensive Rehwildbejagung dem Naschen der bedrohten Pflanzen durch die kleinen Trughirsche vorgebeugt werden.

 

Wenn auch unsere Jagdausübung nicht in allen Naturschutzgebieten deren Ziele ausschließlich unterstützt, läuft sie den Schutzzielen zumeist jedoch nicht zuwider. Vor allem ist aber in Naturschutzgebieten ausgesprochen sensibel zu jagen, das heißt mit noch mehr Rücksicht und Fingerspitzengefühl in Bezug die belebte Mitwelt, als dies ohnehin schon geboten ist.

 

| Text: Burkhard Stöcker || Fotos: Philippe Clément/www.premium.de | iStockphoto.com |

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 02/2017.

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