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Die App für den Artenschutz

Das Tierfund-Kataster ermöglicht eine bundesweite Erfassung von Wildunfällen und anderen Totfunden. Die hieraus gewonnenen Daten ergänzen bereits bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse, ermöglichen aber auch ganz neue Einsichten, zudem werden sie zur Klärung verschiedener Fragestellungen herangezogen.

Eine Statistik des Deutschen Jagdverbandes besagt, dass sich in Deutschland pro Jahr zwischen 200 000 und 250 000 Wildkollisionen ereignen. Die Dunkelziffer dürfte sogar fünfmal so hoch liegen. Das hat mehrere Ursachen. So ist beispielsweise das Verkehrsaufkommen im Laufe der Jahre immer höher geworden. Gleichzeitig hat sich der Lebensraum vieler Tiere aufgrund von Städte- und Straßenbau verkleinert. Auch das überreiche Nahrungsangebot in der heutigen Agrarlandschaft trägt seinen Teil dazu bei, dass es größere Wildtierpopulationen gibt – dies trifft besonders auf das Schwarzwild zu.

Mit dem Tierfund-Kataster, das vom Institut für Natur- und Ressourcenschutz der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wissenschaftlich betreut wird, werden im Straßenverkehr getötete Wildtiere erstmals bundesweit systematisch erfasst. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das der Landesjagdverband Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel 2011 ins Leben gerufen hat. Das Tierfund- Kataster stellt einen neuen Bestandteil des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) dar, das im Jahr 2000 vom Deutschen Jagdverband ins Leben gerufen wurde.

Die erhobenen Daten aus dem Tierfund-Kataster sind entscheidend, um die Todesursachen von Wildtieren festzustellen und die Situation im Sinne des Tier- und Artenschutzes zu verbessern. So trägt das Kataster dazu bei, bundesweit Wildunfallschwerpunkte zu ermitteln und diese im zweiten Schritt durch geeignete Maßnahmen zu entschärfen. Die momentane Beschilderung mit dem allseits bekannten springenden Hirsch im roten Dreieck (Gefahrenzeichen „Wildunfallgefahr“) ist in weiten Teilen ungeeignet, um Straßenabschnitte mit häufigem Wildwechsel zu markieren. Das liegt zum einen daran, dass bei vielen Autofahrern bereits ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat und sie ihr Fahrverhalten dementsprechend wenig anpassen. Zum anderen fehlen eben noch großflächig valide Datengrundlagen.

 

| TEXT: ANNETTE FELDMANN | Fotos: K. H. Volkmar | Marcus Börner |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2018.

 

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