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Der Wald-TÜV

PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“. Mit dem PEFC-Zertifikat werden Waldbesitzer ausgezeichnet, die ihren Wald nach den strengen Richtlinien nachhaltig bewirtschaften. HALALI-Redakteurin Annette Feldmann sprach mit PEFC-Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers und Cornelia Pauls, PEFC-Regionalassistentin für Hessen und NRW.

Was genau macht PEFC?
Teegelbekkers: Ich sage immer, das ist so ein bisschen wie beim Bioland-Siegel, bloß eben für den Wald. Wir setzen Standards, und wenn Waldbesitzer diese Anforderungen erfüllen, dürfen sie zertifiziert werden. Zu den PEFC-zertifizierten Waldbesitzern gehören die Landesforstverwaltungen, ca. 200 000 Privatwaldbesitzer und 2 500 Städte und Gemeinden in Deutschland. Wir sind relativ flächendeckend in der Bundesrepublik vertreten. Etwa 7,5 Millionen Hektar sind nach unseren Standards zertifiziert, das sind zwei Drittel des deutschen Waldes. Die höchsten Zertifizierungsraten haben übrigens Hessen und Baden-Württemberg mit 89 bzw. 82 Prozent. Die größten Probleme haben wir im Nordosten Deutschlands, dort ist nur etwa ein Drittel des Waldes zertifiziert. Es ist dort sehr schwierig, Waldbesitzer von ihrer traditionellen Kahlschlagwirtschaft abzubringen. Aber wir engagieren uns auch mit zusätzlichem Personal und haben dort in letzter Zeit auch erfreuliche Zuwächse zu verzeichnen. Entscheidend für den Erfolg der Zertifizierung ist eine entsprechende Nachfrage vom Markt.

 

Nach welchen Maßgaben werden die Zertifikate vergeben?
Teegelbekkers: Unsere Standards basieren auf dem berühmten Dreiklang aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten. So muss zum Beispiel das Thema Erholung berücksichtigt werden, die Hauptbaumarten müssen sich ohne Schutz verjüngen können, man muss die Wertschöpfung im Auge behalten. Wichtig ist auch, dass dem Klimawandel angepasste Wälder entstehen, sodass wir Mischbestände erhalten und keine Monokulturen. Totholz soll im Wald verbleiben, das regelt ein Biotopholz-Managementplan. Und nicht zuletzt sind angepasste Wildbestände die Grundvoraussetzung für eine naturnahe Waldbewirtschaftung im Interesse der biologischen Vielfalt.

 

Fahren Sie selbst in den Wald und kontrollieren, dass alles nach Ihren Leitlinien umgesetzt wird?
Teegelbekkers: Nein, wir setzen lediglich die Standards, die wir alle fünf Jahre unter Beteiligung aller Interessengruppen überprüfen und gegebenenfalls an neue Situationen anpassen. Die Kontrollen vor Ort übernehmen namhafte Zertifizierungsstellen, zum Beispiel der TÜV Nord, SGS oder DINCERTCO. Bei den jährlichen Kontrollen vor Ort überprüfen die unabhängigen forstlichen Gutachter, ob die forstwirtschaftliche Praxis den Maßgaben von PEFC entspricht.

 

| Foto: PEFC |

 

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 04/2018.

 

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