„Ich wollte nie langweilige Bilder malen“

| Text: Gabriele Metz |

Realistische Darstellungen heimischer Wildtiere machen das Gros seiner Werke aus. Doch der im siegerländischen Netphen lebende Bernd Hanrath widmet sich in seiner Kunst auch Haustieren – und vermittelt dabei überraschende Denkanstöße.

Wenn malerische Präzision eine Symbiose mit detaillierter Naturbeobachtung, fundiertem biologischem Fachwissen und erzählerischer Fantasie eingeht, sind wir auf der Spur eines bedeutenden zeitgenössischen Tiermalers. Bernd Hanraths Kunst vereint all das und zieht den Betrachter auf ihre ganz eigene Weise in den Bann: mal nüchtern präzise, mal verblüffend humorvoll, dann wieder poetisch … Hanraths Werke bieten jede Menge Stoff zum Nachdenken.

Gestaltung durch Licht und Farbe

Mitunter verzichtet der experimentierfreudige Künstler gänzlich auf die Darstellung von Szenen oder Landschaften, um seiner Lust am Gestalten durch Licht und Farbe freien Lauf zu lassen. „Ich erschaffe Bildräume durch bewusst provozierte abstrakte Strukturen und lenke den Blick des Betrachters so gezielt auf das Tier, ohne dabei vom Wesentlichen abzulenken“, sagt Hanrath. Seine Modelle wirken dadurch noch eindrucksvoller und gewinnen an Präsenz.

Gewachsenes Verständnis zählt

Hinter seinem Schaffen steht die Überzeugung, dass insbesondere die heimischen Wild- und Haustiere eng mit den Menschen verbunden sind. „Weil ich weiß, wie sie sich anfühlen und wie sie riechen, folge ich auch keinen Trends mit afrikanischen oder amerikanischen Tieren. Für sie empfinde ich kein gewachsenes Verständnis“, erklärt der Künstler. Gelegentliche künstlerische Ausflüge in die asiatische Tierwelt gestattet sich Hanrath hingegen schon.

Neuer Blickwinkel

Es liegt ihm fern, seinen tierischen Modellen vermenschlichte Rollen zuzuordnen, dennoch spiegeln sich in einigen Werken durchaus menschliche Gefühle und Charakterzüge in Form von Gesten, Blicken und Verhaltensweisen. „Dadurch können Werke entstehen, die unterhalten und zugleich philosophische Fragen aufwerfen. Wenn diese erzählerische Ebene erreicht ist, nimmt man gerne die Einladung an und erinnert sich an selbst Erlebtes, oder man betrachtet die Beziehung Mensch–Tier–Natur aus einem anderen Blickwinkel“, so Hanrath.

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