Die Welt steht Kopf

Nach oder während Corona (ist die Pandemie eigentlich passé oder lediglich aus den Schlagzeilen verdrängt worden?) erschüttert uns der Krieg in der europäischen Ukraine, der neben unzähligen Todesopfern auch unübersehbare materielle Schäden mit sich bringt. Auf dem Schlachtfeld sind es in Schutt und Asche gelegte Städte, verwüstete Landstriche und verlorenes Hab und Gut. Hierzulande treffen uns Energieknappheit, Rohstoffmangel durch Abhängigkeiten und daraus resultierende Kostenexplosionen. Die Folgen sind vielfältig. Wir als Blattmacher müssen beispielsweise auf Papier, das wir sonst nicht für unser Heft verwenden würden, drucken – und zahlen dafür auch noch einen deutlich höheren Preis. Außerdem hielten wir es zum ersten Mal in elf Jahren für angebracht, auf einen in der letzten Vorschau angekündigten Beitrag zu verzichten. Der Bericht „Entenjagd in Russland“ sollte Jagdmöglichkeiten in einem Land schildern, das jetzt die Welt erschüttert. Auch eine geplante Jagdreportage-Reise nach Sibirien im Herbst dieses Jahres haben wir abgesagt.

Angesichts der Auslöschung Tausender Menschenleben scheint manch pekuniäre Verlegenheit unbedeutend. Aber dennoch spüren wir die Auswirkungen: Neben den Kosten für Energie und Düngemittel werden auch die Getreidepreise steigen und damit die Belastungen für die Jägerschaft bei anfallenden Wildschäden. Umsicht ist also gefragt. Besser, wir überdenken manche vielleicht aufschiebbare Investition und konzentrieren uns auf das Wesentliche: die Gesundheit, die Familie und unsere Mitmenschen.

In der vorliegenden HALALI haben sich unsere Wildbiologen nach einiger Zeit erneut mit dem Hasen beschäftigt. Gerade jetzt, wo Sie diese Zeilen lesen, sieht man die Tiere vermehrt auf den niedrig wachsenden Ackerflächen. Auch unsere traditionelle Erzählung widmet sich Meister Lampe. Statt der russischen Entenjagd laden wir zu einer schwedischen Gänsejagd ein.

Iwan Sergejewitsch Turgenjew, dessen Werk „Aufzeichnungen eines Jägers“ wir vorstellen, griff als einer der Ersten die alltäglichen Nöte und Ängste der russischen Gesellschaft literarisch auf. Wer weiß, was er zu den aktuellen Geschehnissen zu sagen hätte.

Außerdem begleiten wir einen Jäger aus Brandenburg auf seiner Pirsch aufs Schwarzwild, besuchen einen BMW-Händler, der X5-Modelle fit fürs Revier macht, und reisen nach Österreich, um einen Hersteller von Präzisionszielfernrohren kennenzulernen. In Nordengland trafen wir im vergangenen Jahr einen Fliegenfischer, der uns Spannendes und Nützliches über seine große Erfahrung am Wasser verriet. Ganz praktisch beraten wir Sie beim Gebrauchtwaffenkauf. Eine gedankliche Reise durch entschleunigende Momente des jagdlichen Alltags ist hingegen für Ihre ruhigeren Lektürestunden gedacht.

Auch sonst waren wir für Sie unterwegs: Wir schauten uns in einem Handwerksbetrieb um, der auf traditionelle Weise individuelle Messer fertigt, und trafen eine Künstlerin, die sich auf die Herstellung von Schützenscheiben spezialisiert hat. Einen großen Anteil dieser Ausgabe nehmen wieder das Jagdhundewesen und unser Naturteil ein. Darin erinnern wir an den Einfluss einer sich ständig verändernden Umwelt auf unsere Singvogelarten.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das gesamte HALALI-Team zum Aufgang der Bockjagd viel Anblick und Waidmannsheil!

Ihr
Oliver Dorn | Chefredakteur

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe.

Vorschau

Die nächste HALALI erscheint am 28.07.2022.

Wie der Sommer in diesem Jahr werden wird, können wir heute noch nicht sagen. Auf jeden Fall wird es von Jahr zu Jahr wärmer. Und extremer. Das ist sicher. Der Klimawandel ist in aller Munde, neben Corona und den weltweiten Mensch-Mensch-Konflikten. Der deutsche Wald wurde mit Beginn der Romantik Anfang des 19. Jahrhunderts zum Sehnsuchtsort und galt lange Zeit als Identifikationssymbol. Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt, aber der deutsche Wald ist so krank wie nie zuvor. Unsere Biologen widmen sich dem Thema und geben einen aktuellen Status. Ebenso schlecht geht es dem Niederwild – wir verdrängen es zunehmend aus seinem Lebensraum. Wer ab und an also auf Fasanen jagen möchte, ist trotz Brexit in England gut aufgehoben. Aktuell steigen die Getreide- und Futtermittelpreise – das wird die Jagdpächter im Schadensfalle teuer zu stehen kommen. Unser Trost an dieser Stelle ist das wertvolle Wildbret. Wir kombinieren es für Sie mit bester Pasta. Lassen Sie sich überraschen!

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