Bild ist nicht gleich Bild

Mit Robert Capas knallhartem Foto, just in der Sekunde belichtet, in der ein Soldat im Spanischen Bürgerkrieg von einer tödlichen Kugel getroffen wird, begann die eigentliche Kriegsberichterstattung per Kamera. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen Aufnahmen wie diese um die Welt, drastische Bildsprache wurde salonfähig.

Fotojournalisten verstanden sich als Chronisten, Aufklärer und Ankläger. Auch heute noch führen uns tagtäglich Nachrichten und soziale Medien vor, was Menschen sich gegenseitig antun. Man spricht dabei vom CNN-Effekt. Live-Schalte mit Video oder Fotos von vorderster Front: Warum sehen wir uns solche Bilder an, warum wenden wir uns nicht ab? Notwendige Information oder gar politische Aufklärung kann sich die derzeitige Kriegsfoto-grafie kaum auf die Fahnen schreiben. Sie weckt und bedient vielmehr unseren Bedarf an Voyeurismus.

Keine Welle der Empörung erschüttert die Öffentlichkeit, kein Zensor von Meta und Co. greift ein, wenn aus der Ukraine grausame Bilder mit Leichenbergen um den Globus gehen. Ein totes Tier hingegen löst in den sozialen Medien Abscheu aus. Bilder legaler Jagdwaffen fallen nicht selten der Zensur zum Opfer, auch Aufnahmen von zerwirkten Wildtieren werden oft verdeckt oder verbannt.

Ist dieser inkriminierende Umgang mit jagdlichen Bildern nicht scheinheilig? Oder schlicht Propaganda ein-gefleischter Jagdgegner? Wildbret ist ein wertvolles Produkt des nachhaltigen Waidwerks. Und dazu gehört nun einmal die Jagd nebst ihren Werkzeugen. Kriegsberichterstattung dokumentiert Gewalt gegen Menschen, Action- und Horror-Filme kosten Brutalität gar genüsslich aus. Bilder von Jägern hingegen dokumentieren lediglich Wildbretverwertung und Selektion, was Teil unseres Hege- und Pflegeauftrags ist.

In der vorliegenden HALALI-Ausgabe berichten wir in Bild und Film von einer spannenden Bockjagd in den malerischen Masuren. Wir nehmen Sie mit auf eine Muffeljagd nach Böhmen, und führen Sie ein in die Biologie des Gamswildes.

Bildreich ist auch unsere Dokumentation einer Bloodhound-Meute. Neben allerlei Waffentechnik und Jagdhundeausbildung widmen wir uns ferner nicht jagdbaren Wildtieren – dieses Mal den Hörnchen. Außerdem haben wir eine bunte Kombination aus Künstlerischem und Handwerklichem für Sie auf Lager. Viel Freude mit dieser Ausgabe wünscht das gesamte HALALI-Team!

Ihr
Oliver Dorn | Chefredakteur

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe.

Vorschau

Die nächste HALALI erscheint am 27.04.2023.

Der Frühling naht. Die Tage werden endlich wieder länger, und unser aller Sehnen nach Sonne, Wärme, bunten Farben und blühenden Landschaften wird wie jedes Jahr aufs Neue erfüllt. In den Monaten vor der Bockjagd haben wir unsere Waffen und unsere Ausrüstung gepflegt, unsere Hunde trainiert und Wald wie Feld vom Zivilisationsmüll befreit. Kennen Sie eigentlich die Initiative #jägergegenmüll? Eine lobenswerte und zugleich aufmerksamkeitsstarke Maßnah-me. Unsere Frühlingsausgabe beginnen wir mit einem ebenso wichtigen Thema: dem Spannungsfeld zwischen Schutz und Bejagung des Niederwildes. Wir nehmen Sie mit zur Muffeljagd an die kroatische Adria, und wir laden Sie zu einem wilden Picknick ein. Ihr Hund ist auch hier dabei? Dann verraten wir Ihnen, welche „Leckerchen“ ihm abseits des Hundefutters guttun und welche ihm eher schaden. Freuen Sie sich mit uns auf den Aufgang der Bockjagd. Waidmannsheil!

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