„Es lebe der Zentralfriedhof“

| Text: Andreas Hein |

Der Wiener Zentralfriedhof ist eine der größten Friedhofsanlagen in Europa. HALALI-Autor Andreas Hein hat sich dort umgesehen und viele Gründe für einen ausgedehnten Rundgang durch das 250 Hektar große Areal gefunden.

Wolfgang Ambros, Österreichs bekannter Liedermacher, besang schon Mitte der 70er-Jahre diesen besonderen Ort am südöstlichen Rand der Weltstadt Wien.

Mit seinen etwa 330 000 Gräbern zählt der Zentralfriedhof zu den größten Friedhöfen Europas und erfreut sich trotz oder gerade wegen seiner melancholischen Schönheit großer Beliebtheit bei Touristen und Einheimischen. Zu jeder Jahreszeit lädt das weitläufige Areal mit seinem parkartigen Charakter und den prächtigen sakralen Bauten zu ausgiebigen Spaziergängen oder einfach nur zum Innehalten und Nachdenken ein.

So sind es zunächst meist die bekannten Namen wie Falco, Beethoven oder Udo Jürgens, die einem in den Sinn kommen, doch bietet der Friedhof auch zahlreichen Wildtieren ein Zuhause.

Besonders im alten jüdischen Teil des Friedhofs, zwischen verfallenen Gräbern und dichter Vegetation, finden die Tiere ein perfektes Habitat vor. Wer einen geschärften Blick, Ruhe und genügend Zeit mitbringt, kann hier Rehe, Füchse, Feldhasen und zahlreiche Vogelarten beobachten.

Besonders wohl fühlt sich das Rehwild, das hier seit rund 15 Jahren nicht mehr bejagt wird. Hin und wieder muss der ein oder andere Grabschmuck dran glauben, doch sei es den Rehen an dieser Stelle vergönnt.

Im sogenannten „Park der Ruhe und Kraft“ lässt sich mit etwas Glück auch der in unseren Breiten aufgrund der intensiven Landwirtschaft nahezu ausgestorbene Feldhamster beobachten.

Wenn man so über den Friedhof spaziert, bekommt man den Eindruck, die Tiere wachten hier über die Verstorbenen und deren Gräber. Welch schöner Gedanke …

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